Warum Oberwalliser Skigebiete über Ostern offen haben
Verfasst: 08.04.2025, 23:30
Auf ponoma.ch gibt es einen Bericht, warum die Skigebiete über Ostern öffnen:
https://pomona.ch/story/571142/h%C3%B6h ... ffen-haben
Zusammenfassung:
Skibetrieb über Ostern im Oberwallis: Zwischen Wirtschaftlichkeit und langfristiger Strategie
Während im Frühling die Natur im Wallis langsam erwacht, kämpfen viele Skigebiete noch um die letzten Skitage. Insgesamt 13 Skigebiete im Wallis haben angekündigt, ihre Lifte bis Ostermontag, den 21. April 2025, offen zu halten. Doch lohnt sich der Betrieb in dieser späten Phase der Saison überhaupt noch? Die Antwort fällt je nach Höhenlage und strategischer Ausrichtung unterschiedlich aus.
In tiefer gelegenen Skigebieten wie Nendaz oder Anzère rechnet sich der Frühlingsbetrieb wirtschaftlich kaum. Laut einem Bericht der Zeitung Le Nouvelliste verzeichnet Nendaz während der Feiertage um den Jahreswechsel etwa zehnmal mehr Besucher als an einem durchschnittlichen Tag im April. Auch in Anzère zeigt sich ein ähnliches Bild: Dort kommen derzeit nur 300 bis 400 Gäste pro Tag, wobei mindestens 1000 notwendig wären, um kostendeckend zu arbeiten. Trotz dieser Verluste bleibt das Skigebiet geöffnet – hauptsächlich aus Imagegründen und als Zeichen der Verlässlichkeit gegenüber Gästen und Partnern.
Anders stellt sich die Situation in hochgelegenen Destinationen wie Saas-Fee dar. Dank einer Höhenlage von bis zu 3500 Metern über Meer sind die Schneeverhältnisse dort auch im Frühling meist sehr gut. Simon Bumann, CEO der Saastal Bergbahnen AG, betont, dass der Skibetrieb bis Ostern für Saas-Fee finanziell sinnvoll sei. Mit durchschnittlich 2500 Gästen pro Tag erreiche man die nötigen Zahlen, um profitabel zu sein. Besonders wenn Ostern, wie in diesem Jahr, spät im Kalender liegt, lassen sich die Ferienwochen besser verteilen – ein Vorteil für Destinationen mit guter Schneesicherheit. Zusätzliche Events wie das «Snow Happening» der Skilehrer oder internationale Wettkämpfe sorgen zudem für weitere Besucherströme.
Auch in Leukerbad, wo das Skigebiet Torrent bis auf 2600 Meter reicht, bleibt der Skibetrieb bis Ostern geöffnet. Zwar sei das Frühlingsgeschäft finanziell nicht besonders lukrativ, so Jean-Pierre Rey, stellvertretender CEO der My Leukerbad AG, doch als Ganzjahresdestination biete man seinen Gästen ein umfassendes Angebot. Viele Besucher kombinierten Skifahren mit einem Besuch im Thermalbad, was die Attraktivität des Ortes steigere. Die Lifte seien vor allem an Wochenenden gut besucht, doch unter der Woche nehme die Frequenz deutlich ab.
Ein weiteres Beispiel ist die Aletsch Arena, deren Pisten bis auf 2900 Meter reichen. Auch hier bleibt man über Ostern offen – allerdings mit einer strategischen Perspektive. Valentin König, CEO der Aletsch Bahnen AG, erklärt, dass man Ostern als Bestandteil des Wintergeschäfts sehe, auch wenn die wirtschaftliche Bilanz dieser Zeit noch nicht abschätzbar sei. Insbesondere wenn Ostern spät falle, wie in diesem Jahr, sei der Betrieb auch als Investition in die Zukunft zu verstehen. Das Ziel sei es, Gästen und Partnern Kontinuität und Verlässlichkeit zu bieten – auch wenn sich einzelne Frühlingstage finanziell kaum lohnen.
Insgesamt zeigt sich, dass sich hochgelegene Skigebiete den Frühlingsbetrieb leisten können und davon profitieren, während tiefere Destinationen diesen eher als Marketing- und Zukunftsinvestition betrachten. Entscheidend für alle bleibt dabei das Wetter – es darf nicht zu warm sein, muss aber gleichzeitig gutes Skiwetter bieten. Trotz aller Unsicherheiten blicken viele Betreiber zuversichtlich auf die Wintersaison und hoffen, mit dem Osterbetrieb ein positives Gesamtfazit ziehen zu können.
https://pomona.ch/story/571142/h%C3%B6h ... ffen-haben
Zusammenfassung:
Skibetrieb über Ostern im Oberwallis: Zwischen Wirtschaftlichkeit und langfristiger Strategie
Während im Frühling die Natur im Wallis langsam erwacht, kämpfen viele Skigebiete noch um die letzten Skitage. Insgesamt 13 Skigebiete im Wallis haben angekündigt, ihre Lifte bis Ostermontag, den 21. April 2025, offen zu halten. Doch lohnt sich der Betrieb in dieser späten Phase der Saison überhaupt noch? Die Antwort fällt je nach Höhenlage und strategischer Ausrichtung unterschiedlich aus.
In tiefer gelegenen Skigebieten wie Nendaz oder Anzère rechnet sich der Frühlingsbetrieb wirtschaftlich kaum. Laut einem Bericht der Zeitung Le Nouvelliste verzeichnet Nendaz während der Feiertage um den Jahreswechsel etwa zehnmal mehr Besucher als an einem durchschnittlichen Tag im April. Auch in Anzère zeigt sich ein ähnliches Bild: Dort kommen derzeit nur 300 bis 400 Gäste pro Tag, wobei mindestens 1000 notwendig wären, um kostendeckend zu arbeiten. Trotz dieser Verluste bleibt das Skigebiet geöffnet – hauptsächlich aus Imagegründen und als Zeichen der Verlässlichkeit gegenüber Gästen und Partnern.
Anders stellt sich die Situation in hochgelegenen Destinationen wie Saas-Fee dar. Dank einer Höhenlage von bis zu 3500 Metern über Meer sind die Schneeverhältnisse dort auch im Frühling meist sehr gut. Simon Bumann, CEO der Saastal Bergbahnen AG, betont, dass der Skibetrieb bis Ostern für Saas-Fee finanziell sinnvoll sei. Mit durchschnittlich 2500 Gästen pro Tag erreiche man die nötigen Zahlen, um profitabel zu sein. Besonders wenn Ostern, wie in diesem Jahr, spät im Kalender liegt, lassen sich die Ferienwochen besser verteilen – ein Vorteil für Destinationen mit guter Schneesicherheit. Zusätzliche Events wie das «Snow Happening» der Skilehrer oder internationale Wettkämpfe sorgen zudem für weitere Besucherströme.
Auch in Leukerbad, wo das Skigebiet Torrent bis auf 2600 Meter reicht, bleibt der Skibetrieb bis Ostern geöffnet. Zwar sei das Frühlingsgeschäft finanziell nicht besonders lukrativ, so Jean-Pierre Rey, stellvertretender CEO der My Leukerbad AG, doch als Ganzjahresdestination biete man seinen Gästen ein umfassendes Angebot. Viele Besucher kombinierten Skifahren mit einem Besuch im Thermalbad, was die Attraktivität des Ortes steigere. Die Lifte seien vor allem an Wochenenden gut besucht, doch unter der Woche nehme die Frequenz deutlich ab.
Ein weiteres Beispiel ist die Aletsch Arena, deren Pisten bis auf 2900 Meter reichen. Auch hier bleibt man über Ostern offen – allerdings mit einer strategischen Perspektive. Valentin König, CEO der Aletsch Bahnen AG, erklärt, dass man Ostern als Bestandteil des Wintergeschäfts sehe, auch wenn die wirtschaftliche Bilanz dieser Zeit noch nicht abschätzbar sei. Insbesondere wenn Ostern spät falle, wie in diesem Jahr, sei der Betrieb auch als Investition in die Zukunft zu verstehen. Das Ziel sei es, Gästen und Partnern Kontinuität und Verlässlichkeit zu bieten – auch wenn sich einzelne Frühlingstage finanziell kaum lohnen.
Insgesamt zeigt sich, dass sich hochgelegene Skigebiete den Frühlingsbetrieb leisten können und davon profitieren, während tiefere Destinationen diesen eher als Marketing- und Zukunftsinvestition betrachten. Entscheidend für alle bleibt dabei das Wetter – es darf nicht zu warm sein, muss aber gleichzeitig gutes Skiwetter bieten. Trotz aller Unsicherheiten blicken viele Betreiber zuversichtlich auf die Wintersaison und hoffen, mit dem Osterbetrieb ein positives Gesamtfazit ziehen zu können.