Skisafari Illgau + Hoch Ybrig | 02.01.2025
Verfasst: 04.01.2025, 23:58
Gemeinsam mit ein guter Fliegerkamerad wollten wir am Berchtoldstag spontan gemeinsam auf die Ski. Unser erster Skitag in 2025. Zuerst hatten wir unsere Blicke auf die Westschweiz gerichtet, doch aufgrund der eher durchwachsene Wetterprognose für den 2. Januar, blieben wir in unsere Region. Nach kurze Recherche im Internet stellte sich heraus, dass ein absoluter Zentralschweizer Geheimtipp geöffnet war: Die Skisafari Illgau. Endlich mal wieder, denn aufgrund der eher geringere Höhe, ist sie leider nur noch selten offiziell geöffnet. Das fragte nach einen Skitag in entweder Mythenregion oder Hoch Ybrig. Aufgrund der Schneelage und das auch die Skiroute zum Ibergeregg offen war, viel unsere Wahl auf Hoch Ybrig, nicht zuletzt wegen der Weitläufigkeit und Abwechslung.
Die Strassen am frühen Morgen waren so gut wie leer gefegt, und die Zufahrt nach Illgau ist sehr entspannt. Auf der Zufahrtstrasse taucht das urig beleuchtete Dorf direkt hinter dem Tunnel auf, wo wir bereits um 7:40 Uhr auf dem leeren kleinen Parkplatz gegenüber der schnuckeligen Talstation eintrafen. Hier kann man noch Gratis direkt am Lift parkieren. Langsam schon eine Besonderheit in der Deutschschweiz. Wir holten uns ganz entspannt noch ein Espresso im Volg, wonach wir am Parkplatz uns gemütlich umkleideten. Pünktlich tauchte kurz nach 8:00 Uhr eine Frau auf und setze die Seilbahn nach St. Karl mit einen Testfahrt in Betrieb. Kurz danach meldeten wir uns an der Kasse. Die sehr herzliche Frau bat uns ein nicht-ausgewiesenes 'Spezialticket' für die Seilbahn Illgau-St. Karl, plus beide benötigte Schlepplifte in der Mythenregion (Handgruobi-Grossenboden-Brünnelistock) für nur 14 CHF an. Leider ist es so, dass die Skisafari kein Teil von einem Skigebiet ist und das offizielle Skisafari-Ticket nur separat für 36 CHF pro Erwachsene gelöst werden muss. Nur für Saisonkarteninhaber «Hoch Ybrig Plus» ist die Skisafari inklusive. Fährt man allerdings den Rest vom Tag in Hoch Ybrig, würde man die Lifte im Skigebiet von Hoch Ybrig mit Skisafari doppelt bezahlen. So konnten wir dies umgehen und zahlten nur 14 CHF für die Skisafari, plus 59 CHF für die Tageskarte Hoch Ybrig, die man nicht vor Ort in Illgau kaufen kann.
Die Kleinseilbahn Illgau - St. Karl ist eine 6-PB von Garaventa aus 1983. Dies macht sofort klar, dass es hier niemals um Massentourismus handeln kann. Genau solche Sachen lieben wir und sollten auch von Alpinfans unterstützt werden. Die Seilbahn fährt nur bei Bedarf und hat sogar noch eine Mittagspause. Um 8:20 Uhr fuhren wir gemeinsam mit zwei Jugendliche, die mit Schneevelos unterwegs waren, mit der erste Bergfahrt hoch. Über kleine Stützen legt das Bähnchen gemütlich die knappe 1,5 km Strecke in etwa 8 min zurück.
An der Bergstation (1152 m) angekommen, dass eher an einem Buiräbähnli erinnert, führt zunächst die präparierte (!) Skiroute ein wenig Bergaufwärts. Das muss man halt mit diese Skisafari - wo die Zeit gefühlt seit dem 90ern stehen geblieben ist - in Kauf nehmen. Dafür bekommt man Abenteuer-Pur und leere Abfahrten zurück. Nach dem kurzen Mini-Aufstieg schlängelt die präparierte Skiroute durch Wald und Feld hinunter zum Ibergeregger Passstrasse auf der Höhe Gründel. Nach überqueren der Strasse betritt man die blaue Piste runter nach Handgruobi im Skigebiet Mythenregion.
Unten am Handgruobi (1070 m) hatte es zum ersten Mal mehrere Leute. Diese waren sich allerdings noch für den Skitag am parat machen, wodurch wir ohne warten, direkt mit dem Skilift hochfahren konnten. Ein wenig Schade, dass wir die schönen Pisten auf diese Seite vom Brünnelistock nicht fahren konnten, da nicht im Skipass inkludiert. Allerdings war die Schneelage teilweise auch nicht mehr so üppig, auf der zweite Sektion zum Brünnelistock sah man auch hier und da grüne Flecken. Die Beschneiungsanlage an der untere Sektion ist somit sicher keine reine Luxus.
Oben am Brünnelistock (1593 m) angekommen, entschieden wir uns zunächst für eine Abfahrt runter zum Passhöhe Ibergeregg, denn lustigerweise sind die beide Skilifte an der Passhöhe auch im Skipass von Hoch Ybrig inkludiert, während die restliche Lifte in der Mythenregion nicht dabei sind und es leider auch keinen gemeinsamen Tagesskipass gibt. Das ist wirklich ein wenig Schade, denn in Kombination wären beide Gebieten extrem weitläufig. Es gibt nur die besagte gemeinsame Saisonkarte «Hoch Ybrig Plus», sogar mit Skisafari. Immerhin.
Nach dem Genuss einer Top-Präparierte Piste stehen wir an der unterste Skilift ein wenig unbeholfen vor dem Drehkreuz, dass uns nicht durchlassen will. Wir haben zwar unsere Skipässe bereits gewechselt, doch anscheinend sind die Drehkreuze am Ibergeregg nicht mit dem Internet bzw. Ticketcorner-Server verbunden. Der Liftler lässt uns freundlicherweise durch und am Lift begrüsst uns ein andere Mitarbeiter mit ein "Schön, dass ihr junge Leute da seid!". Skigäste werden hier ganz klar noch sehr wertgeschätzt. Auch an der zweite Sektion funktionieren unsere Skipässe nicht und fahren mit dem Bein nebenan vorbei.
Abermals auf dem Brünnelistock angekommen, wagen wir die Skiroute runter nach Oberiberg im Skigebiet Hoch Ybrig. Die andere Pisten am Brünnelistock fahren wir später, denn wir wollen später am Tag über eine weitere Skiroute nochmal am Ibergeregg zurückkehren. Am Eingang der Skiroute wird dafür gewarnt, dass man die Tarifzone Mythenregion verlässt und eine Skiroute keine «Schneesportabfahrt», also reguläre Skipiste ist. Dennoch war die ganze Skiroute runter bis zum Parkplatz Laucheren (1092 m) frisch präpariert und war angenehm schnell zu fahren. Nur im unteren Bereich gab es ein paar apere Stellen, aber keinerlei kritischen Steinkontakt o.ä.
Unten an der 4-KSB zum Steinboden werden unsere Skipässe ordnungsgemäss erkannt und können ohne weitere Hürden hochfahren. Im Lift spricht uns ein freundlicher Herr an, und möchte uns ein Geheimtipp verraten: "Habt ihr schonmal die Skisafari ausprobiert?" Darauf konnten wir nur antworten: "Und ob, wir sind heute in Illgau gestartet!" Tja, das hätte der Herr sich niemals erträumen können.
Weiter gehts mit einige Wiederholungsabfahrten von Laucherenstöckli (1752 m) über Spirstock (1771 m) und Hesisbol (1831 m) zum Sternen (1811 m). Die Skipisten waren alle insgesamt im sehr guten Zustand. Schön griffig, weder eisig noch weich. Auch der Andrang hält sich sehr im Grenzen. Wir warten höchstends nur ein paar Sessel.
Am Sternen wählen wir die schwarze Abfahrt «Weglosen» runter ins Tal. Die Abfahrt hat es schon etwas in sich und es wird nicht ohne Grund für apere Stellen gewarnt. Im Steilhang hier und da doch etwas aufpassen um Steinkontakt zu vermeiden, doch das klappte recht gut. Einfach sensationell, wie man ursprünglich in diese felsige Landschaft eine Abfahrt eingebaut hat, ohne dabei das Gefühl zu haben, man habe die Abfahrt auf Italienische weise "reingeklatscht". Der untere Teil war dann wieder angenehm mit üppig Schnee auf der Piste zu fahren.
Unten angekommen unverkennbar die grosse Baustelle der zukünftigen 3S TRI-Line Bahn von Weglosen nach Seebli. Das so ein Gebiet für 22 Millionen CHF in eine derartige Bahn investieren kann... Wahnsinn! Skigebiete von ähnliche Grösse werden davon wohl nur träumen können. Auf die nächste Fahrt mit der alten Pendelbahn müssen wir 12 Minuten warten. Diese hat ein verfrühtes Saisonende am 23.03.2025.
Oben am Seebli angekommen hatte es zum ersten Mal doch etwas mehr Leute, aber länger als 5 min mussten wir keinesfalls am 4-KSB Sternen warten. Und so entschlossen wir uns langsam wieder zum Laucherenstöckli rüber zu arbeiten, damit wir pünktlich für den Zmittag am Ibergeregg eintreffen würden. Die Pisten weiterhin gut in Schuss und auch nicht wie befürchtet so voll, sodass die Abfahrten weiterhin ein Genuss waren. Sogar die Sonne drückte mehr und mehr durch.
Am Laucherenstöckli wird mit ein recht grosses Schild auf beide Skirouten und dessen Status hingewiesen. Final entschieden wird erst 900 m später welche von den beiden Skirouten man Final fahren möchte. Der Blick dabei auf dem Vierwaldstättersee ist einfach sensationell. Die Skiroute nach dem Abzweig zum Ibergeregg führt zunächst an einen Stall vorbei, das man kurzerhand in ein kleines Kaffee umgewandelt hat. Danach geht es leicht Bergauf, aber nichts wildes. Am Felswand vom Gr. Schijen vorbei, geht es runter zum unterste Skilift von Ibergeregg. Dort funktionierten nun auch unsere Skipässe, da sie im Oberiberg am Drehkreuz automatisch aufgeladen werden konnten.
Zum essen schauen wir im Schlepplift kurz aufs Handy um die bestbewertete Hütte zu wählen. Unsere Wahl viel auf die Sonnenhütte, die etwas neben der Piste liegt. Von oben kommend muss man die rechte Piste nehmen und an der blaue Abzweig nach Handgruobi mit viel Schwung nochmals rechts der Hügel hoch, und schon ist man bei der Sonnenhütte. Eine tolle urige und dennoch moderne Location, mit tollen Ausblick. Zum essen gabs feinen «Älplerschnitzel», dazu Suure Most. Lecker!
Nach ein Espresso als Nachtisch packen wir frisch ausgeruht die Ski und fahren alle Varianten am Brünnelistock zum Ibergeregg ab. Die ganz linke rote Piste hatte nach der Skiroute-Abzweig braune Stellen im oberen Bereich, sonst war alles Tip-Top und es hatte nur noch wenig Leute. Auch die Skiroute anschliessend zurück nach Hoch Ybrig hatten wir für uns allein und machten abermals eine komplette Runde durchs Skigebiet. Unten wurde jedoch gewarnt, dass die Lifte im verlaufe vom Tag aufgrund vom Wind eingestellt werden konnten, doch es war eher ruhiger als windiger im Vergleich zum Vormittag geworden. Im Restaurant Stäffel gönnten wir uns gegen 15 Uhr noch ein Kaffee mit Dessert. Neben uns sassen vier junge Mädels am Tisch und orderten Kafi Luz. Die Kellnerin fragte nach ob sie schon 18 seien. Darauf kam ein unsicheres "Ja" zurück. Das war für die Kellnerin genug um die Bestellung auf zu nehmen, worauf wir dachten: "In Hoch Ybrig ist noch jeder Jugendliche 18."
Zum Schluss fuhren wir noch bis am 4-KSB Sternen, wo ich mein Mitstreiter herausforderte noch die letzte fehlende Abfahrt vom Tag, die rote 2 herunter zu fahren. Da wir beiden schnell unterwegs waren, machten wir das und genossen eine herrliche Abfahrt die immer noch gut in Schuss war. Es wäre sonst Schade gewesen, hätten wir die Abfahrt sonst verpasst. Anschliessend ging es mit dem gleichen Sessel nochmals hoch um über die blaue 3 zurück zum 4-KSB Spirstock und rote 9 zurück zum Laucherenstöckli zu kommen. Am Himmel konnte man bereits dunkele Wolken mit Niederschlag über dem Mittelland erkennen. Im Skigebiet blieb es aber trocken. Zunächst hatten wir uns noch etwas verfahren, konnten aber unseren Kurs schnell wieder korrigieren.
Pünktlich mit über 5 Minuten Reserve vor der letzte Fahrt, fuhren wir hoch zum Laucherenstöckli um jetzt die finale Abfahrt runter nach Illgau zu fahren. Wie erwartet fuhr keine Menschenseele die Skiroute mit uns herunter: Wir waren komplett auf uns allein gestellt. Nach der Abzweig zwischen Ibergeregg und Illgau, war die Skiroute nach Illgau leider nicht mehr frisch präpariert und etwas eisig, aber da es als Skiroute deklariert ist, darf man sich ja nicht beschweren. Immerhin wurde sie mal präpariert. Wie ein «Mario Kart» fuhren wir mit ein breites Grinsen im Gesicht die 6 km lange Skiroute herunter. Links, rechts, hoch, wieder steil herunter schlängelte der Weg sich runter nach Illgau. Nach einen Drittel wurde die Abfahrt weicher und im unteren Bereich gabs ein paar apere Stellen, doch wiederum nichts kritisches. Das letzte Stück vor der Strasse wird kurz sehr schmal und hobbelig, aber das gibt so ein kleines Skiabenteuer dann auch eben das "gewisse etwas".
Zum Schluss muss man eine kleine Strasse etwas hoch laufen, bis man auf dem Schlittelweg runter von St. Karl trifft. Dort fährt dann auch die Skiroute final herunter zur Talstation der Seilbahn und zum Parkplatz. Zum Betriebsschluss fuhren noch zwei Typen mit Schneevelos noch einmal hoch mit der 6-PB. Wir ziehen derweil Billanz: Ein sensationeller Skitag!
Für mich das zweite Mal Skisafari, für mein Flieger- (und jetzt auch) Skikamerad das erste Mal, obwohl es für uns eigentlich so nah gelegen ist. Zwar hätte das Wetter etwas besser sein können, aber dafür hatten wir es bis zum Schluss trocken und waren nicht allzuviele Leute unterwegs. Besonders am Nachmittag war auch Hoch Ybrig wie leer gefegt, und am Vormittag maximal 3-4 Minuten gewartet, was für ein Feiertag in der Weihnachtsferien absolut in Ordnung ist. Und der Skisafari bleibt wohl auch in der Weihnachtszeit ein Geheimtipp. Schade bleibt allerdings, dass es keinen einheitlichen Tagesskipass in dieser Region gibt, obwohl alles miteinander verbunden. Dafür fanden wir der Gesamtpreis für 73 CHF absolut in Ordnung. Man unterstützt schliesslich auch die kleine Lifte und nicht nur grosse Aktiengesellschaften.
Die ersten werden die letzten sein. Und so fuhren wir heute auch als letzter wieder vom Parkplatz. Auf dem Heimweg holte sich der Regen uns ab Goldau ein und kamen im strömenden Regen zuhause an. Hatten wir es nicht alles nur geträumt?!
Die Strassen am frühen Morgen waren so gut wie leer gefegt, und die Zufahrt nach Illgau ist sehr entspannt. Auf der Zufahrtstrasse taucht das urig beleuchtete Dorf direkt hinter dem Tunnel auf, wo wir bereits um 7:40 Uhr auf dem leeren kleinen Parkplatz gegenüber der schnuckeligen Talstation eintrafen. Hier kann man noch Gratis direkt am Lift parkieren. Langsam schon eine Besonderheit in der Deutschschweiz. Wir holten uns ganz entspannt noch ein Espresso im Volg, wonach wir am Parkplatz uns gemütlich umkleideten. Pünktlich tauchte kurz nach 8:00 Uhr eine Frau auf und setze die Seilbahn nach St. Karl mit einen Testfahrt in Betrieb. Kurz danach meldeten wir uns an der Kasse. Die sehr herzliche Frau bat uns ein nicht-ausgewiesenes 'Spezialticket' für die Seilbahn Illgau-St. Karl, plus beide benötigte Schlepplifte in der Mythenregion (Handgruobi-Grossenboden-Brünnelistock) für nur 14 CHF an. Leider ist es so, dass die Skisafari kein Teil von einem Skigebiet ist und das offizielle Skisafari-Ticket nur separat für 36 CHF pro Erwachsene gelöst werden muss. Nur für Saisonkarteninhaber «Hoch Ybrig Plus» ist die Skisafari inklusive. Fährt man allerdings den Rest vom Tag in Hoch Ybrig, würde man die Lifte im Skigebiet von Hoch Ybrig mit Skisafari doppelt bezahlen. So konnten wir dies umgehen und zahlten nur 14 CHF für die Skisafari, plus 59 CHF für die Tageskarte Hoch Ybrig, die man nicht vor Ort in Illgau kaufen kann.
Die Kleinseilbahn Illgau - St. Karl ist eine 6-PB von Garaventa aus 1983. Dies macht sofort klar, dass es hier niemals um Massentourismus handeln kann. Genau solche Sachen lieben wir und sollten auch von Alpinfans unterstützt werden. Die Seilbahn fährt nur bei Bedarf und hat sogar noch eine Mittagspause. Um 8:20 Uhr fuhren wir gemeinsam mit zwei Jugendliche, die mit Schneevelos unterwegs waren, mit der erste Bergfahrt hoch. Über kleine Stützen legt das Bähnchen gemütlich die knappe 1,5 km Strecke in etwa 8 min zurück.
An der Bergstation (1152 m) angekommen, dass eher an einem Buiräbähnli erinnert, führt zunächst die präparierte (!) Skiroute ein wenig Bergaufwärts. Das muss man halt mit diese Skisafari - wo die Zeit gefühlt seit dem 90ern stehen geblieben ist - in Kauf nehmen. Dafür bekommt man Abenteuer-Pur und leere Abfahrten zurück. Nach dem kurzen Mini-Aufstieg schlängelt die präparierte Skiroute durch Wald und Feld hinunter zum Ibergeregger Passstrasse auf der Höhe Gründel. Nach überqueren der Strasse betritt man die blaue Piste runter nach Handgruobi im Skigebiet Mythenregion.
Unten am Handgruobi (1070 m) hatte es zum ersten Mal mehrere Leute. Diese waren sich allerdings noch für den Skitag am parat machen, wodurch wir ohne warten, direkt mit dem Skilift hochfahren konnten. Ein wenig Schade, dass wir die schönen Pisten auf diese Seite vom Brünnelistock nicht fahren konnten, da nicht im Skipass inkludiert. Allerdings war die Schneelage teilweise auch nicht mehr so üppig, auf der zweite Sektion zum Brünnelistock sah man auch hier und da grüne Flecken. Die Beschneiungsanlage an der untere Sektion ist somit sicher keine reine Luxus.
Oben am Brünnelistock (1593 m) angekommen, entschieden wir uns zunächst für eine Abfahrt runter zum Passhöhe Ibergeregg, denn lustigerweise sind die beide Skilifte an der Passhöhe auch im Skipass von Hoch Ybrig inkludiert, während die restliche Lifte in der Mythenregion nicht dabei sind und es leider auch keinen gemeinsamen Tagesskipass gibt. Das ist wirklich ein wenig Schade, denn in Kombination wären beide Gebieten extrem weitläufig. Es gibt nur die besagte gemeinsame Saisonkarte «Hoch Ybrig Plus», sogar mit Skisafari. Immerhin.
Nach dem Genuss einer Top-Präparierte Piste stehen wir an der unterste Skilift ein wenig unbeholfen vor dem Drehkreuz, dass uns nicht durchlassen will. Wir haben zwar unsere Skipässe bereits gewechselt, doch anscheinend sind die Drehkreuze am Ibergeregg nicht mit dem Internet bzw. Ticketcorner-Server verbunden. Der Liftler lässt uns freundlicherweise durch und am Lift begrüsst uns ein andere Mitarbeiter mit ein "Schön, dass ihr junge Leute da seid!". Skigäste werden hier ganz klar noch sehr wertgeschätzt. Auch an der zweite Sektion funktionieren unsere Skipässe nicht und fahren mit dem Bein nebenan vorbei.
Abermals auf dem Brünnelistock angekommen, wagen wir die Skiroute runter nach Oberiberg im Skigebiet Hoch Ybrig. Die andere Pisten am Brünnelistock fahren wir später, denn wir wollen später am Tag über eine weitere Skiroute nochmal am Ibergeregg zurückkehren. Am Eingang der Skiroute wird dafür gewarnt, dass man die Tarifzone Mythenregion verlässt und eine Skiroute keine «Schneesportabfahrt», also reguläre Skipiste ist. Dennoch war die ganze Skiroute runter bis zum Parkplatz Laucheren (1092 m) frisch präpariert und war angenehm schnell zu fahren. Nur im unteren Bereich gab es ein paar apere Stellen, aber keinerlei kritischen Steinkontakt o.ä.
Unten an der 4-KSB zum Steinboden werden unsere Skipässe ordnungsgemäss erkannt und können ohne weitere Hürden hochfahren. Im Lift spricht uns ein freundlicher Herr an, und möchte uns ein Geheimtipp verraten: "Habt ihr schonmal die Skisafari ausprobiert?" Darauf konnten wir nur antworten: "Und ob, wir sind heute in Illgau gestartet!" Tja, das hätte der Herr sich niemals erträumen können.
Am Sternen wählen wir die schwarze Abfahrt «Weglosen» runter ins Tal. Die Abfahrt hat es schon etwas in sich und es wird nicht ohne Grund für apere Stellen gewarnt. Im Steilhang hier und da doch etwas aufpassen um Steinkontakt zu vermeiden, doch das klappte recht gut. Einfach sensationell, wie man ursprünglich in diese felsige Landschaft eine Abfahrt eingebaut hat, ohne dabei das Gefühl zu haben, man habe die Abfahrt auf Italienische weise "reingeklatscht". Der untere Teil war dann wieder angenehm mit üppig Schnee auf der Piste zu fahren.
Unten angekommen unverkennbar die grosse Baustelle der zukünftigen 3S TRI-Line Bahn von Weglosen nach Seebli. Das so ein Gebiet für 22 Millionen CHF in eine derartige Bahn investieren kann... Wahnsinn! Skigebiete von ähnliche Grösse werden davon wohl nur träumen können. Auf die nächste Fahrt mit der alten Pendelbahn müssen wir 12 Minuten warten. Diese hat ein verfrühtes Saisonende am 23.03.2025.
Oben am Seebli angekommen hatte es zum ersten Mal doch etwas mehr Leute, aber länger als 5 min mussten wir keinesfalls am 4-KSB Sternen warten. Und so entschlossen wir uns langsam wieder zum Laucherenstöckli rüber zu arbeiten, damit wir pünktlich für den Zmittag am Ibergeregg eintreffen würden. Die Pisten weiterhin gut in Schuss und auch nicht wie befürchtet so voll, sodass die Abfahrten weiterhin ein Genuss waren. Sogar die Sonne drückte mehr und mehr durch.
Am Laucherenstöckli wird mit ein recht grosses Schild auf beide Skirouten und dessen Status hingewiesen. Final entschieden wird erst 900 m später welche von den beiden Skirouten man Final fahren möchte. Der Blick dabei auf dem Vierwaldstättersee ist einfach sensationell. Die Skiroute nach dem Abzweig zum Ibergeregg führt zunächst an einen Stall vorbei, das man kurzerhand in ein kleines Kaffee umgewandelt hat. Danach geht es leicht Bergauf, aber nichts wildes. Am Felswand vom Gr. Schijen vorbei, geht es runter zum unterste Skilift von Ibergeregg. Dort funktionierten nun auch unsere Skipässe, da sie im Oberiberg am Drehkreuz automatisch aufgeladen werden konnten.
Zum essen schauen wir im Schlepplift kurz aufs Handy um die bestbewertete Hütte zu wählen. Unsere Wahl viel auf die Sonnenhütte, die etwas neben der Piste liegt. Von oben kommend muss man die rechte Piste nehmen und an der blaue Abzweig nach Handgruobi mit viel Schwung nochmals rechts der Hügel hoch, und schon ist man bei der Sonnenhütte. Eine tolle urige und dennoch moderne Location, mit tollen Ausblick. Zum essen gabs feinen «Älplerschnitzel», dazu Suure Most. Lecker!
Nach ein Espresso als Nachtisch packen wir frisch ausgeruht die Ski und fahren alle Varianten am Brünnelistock zum Ibergeregg ab. Die ganz linke rote Piste hatte nach der Skiroute-Abzweig braune Stellen im oberen Bereich, sonst war alles Tip-Top und es hatte nur noch wenig Leute. Auch die Skiroute anschliessend zurück nach Hoch Ybrig hatten wir für uns allein und machten abermals eine komplette Runde durchs Skigebiet. Unten wurde jedoch gewarnt, dass die Lifte im verlaufe vom Tag aufgrund vom Wind eingestellt werden konnten, doch es war eher ruhiger als windiger im Vergleich zum Vormittag geworden. Im Restaurant Stäffel gönnten wir uns gegen 15 Uhr noch ein Kaffee mit Dessert. Neben uns sassen vier junge Mädels am Tisch und orderten Kafi Luz. Die Kellnerin fragte nach ob sie schon 18 seien. Darauf kam ein unsicheres "Ja" zurück. Das war für die Kellnerin genug um die Bestellung auf zu nehmen, worauf wir dachten: "In Hoch Ybrig ist noch jeder Jugendliche 18."
Zum Schluss fuhren wir noch bis am 4-KSB Sternen, wo ich mein Mitstreiter herausforderte noch die letzte fehlende Abfahrt vom Tag, die rote 2 herunter zu fahren. Da wir beiden schnell unterwegs waren, machten wir das und genossen eine herrliche Abfahrt die immer noch gut in Schuss war. Es wäre sonst Schade gewesen, hätten wir die Abfahrt sonst verpasst. Anschliessend ging es mit dem gleichen Sessel nochmals hoch um über die blaue 3 zurück zum 4-KSB Spirstock und rote 9 zurück zum Laucherenstöckli zu kommen. Am Himmel konnte man bereits dunkele Wolken mit Niederschlag über dem Mittelland erkennen. Im Skigebiet blieb es aber trocken. Zunächst hatten wir uns noch etwas verfahren, konnten aber unseren Kurs schnell wieder korrigieren.
Pünktlich mit über 5 Minuten Reserve vor der letzte Fahrt, fuhren wir hoch zum Laucherenstöckli um jetzt die finale Abfahrt runter nach Illgau zu fahren. Wie erwartet fuhr keine Menschenseele die Skiroute mit uns herunter: Wir waren komplett auf uns allein gestellt. Nach der Abzweig zwischen Ibergeregg und Illgau, war die Skiroute nach Illgau leider nicht mehr frisch präpariert und etwas eisig, aber da es als Skiroute deklariert ist, darf man sich ja nicht beschweren. Immerhin wurde sie mal präpariert. Wie ein «Mario Kart» fuhren wir mit ein breites Grinsen im Gesicht die 6 km lange Skiroute herunter. Links, rechts, hoch, wieder steil herunter schlängelte der Weg sich runter nach Illgau. Nach einen Drittel wurde die Abfahrt weicher und im unteren Bereich gabs ein paar apere Stellen, doch wiederum nichts kritisches. Das letzte Stück vor der Strasse wird kurz sehr schmal und hobbelig, aber das gibt so ein kleines Skiabenteuer dann auch eben das "gewisse etwas".
Zum Schluss muss man eine kleine Strasse etwas hoch laufen, bis man auf dem Schlittelweg runter von St. Karl trifft. Dort fährt dann auch die Skiroute final herunter zur Talstation der Seilbahn und zum Parkplatz. Zum Betriebsschluss fuhren noch zwei Typen mit Schneevelos noch einmal hoch mit der 6-PB. Wir ziehen derweil Billanz: Ein sensationeller Skitag!
Die ersten werden die letzten sein. Und so fuhren wir heute auch als letzter wieder vom Parkplatz. Auf dem Heimweg holte sich der Regen uns ab Goldau ein und kamen im strömenden Regen zuhause an. Hatten wir es nicht alles nur geträumt?!
