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Hochwang, 28.12.2024

Verfasst: 30.12.2024, 10:36
von easyrider
Der zweite Erstbesuch in Folge: Nach Chur-Dreibündenstein gestern stand heute der Hochwang auf dem Programm. An den Hochwang wollte ich schon länger, aber die lange Anfahrt von der Lenzerheide her schreckte mich bis anhin davon ab. Da ein Arbeitskollege zur Zeit in St. Peter logiert, ergab sich ein Treffen mit ihm auf dem Hochwang - tipptopp.

Die Anfahrt ab Chur, und vor allem ab St. Peter, bis zur Talstation Fatschel ist ähnlich abenteuerlich wie nach Brambrüesch. Im Moment ist die Strasse allerdings komplett schneefrei. Die Parkplätze kurz unterhalb der Talstation sind überraschend gross und kosten seit dieser Saison CHF 5, was ich absolut ok finde. Der Parkplatzeinweiser hat sich für diesen Umstand jedoch fast schon entschuldigt. Vom nächstgelegenen Parkplatz muss man etwa fünf Minuten zu Fuss zur Talstation hochgehen. Es gibt auch noch deutlich weiter entfernte Parkmöglichkeiten.

An der Talstation die erste Geduldsprobe: Die Schlange vor der Kasse war lange. Und die Angestellten hinter den Kassen langsam. Sehr langsam - Entschleunigung ab dem ersten Moment quasi. Geschlagene 25 Minuten dauerte es, bis wir die beiden Tageskarten zu je CHF 55 in den Händen hielten. Immerhin war die Förderkapazität des langsamen Sessellifts höher als jene der Kassenleute. So mussten wir bei der Bahn nicht noch einmal anstehen. Die Sesselbahn erfordert aber dennoch Geduld. Denn die Fahrt dauert ewig. Erstens, weil der Lift fixgeklemmt ist und zweitens, da er extrem oft praktisch zum Stillstand abgebremst wird, um irgendetwas zu verladen.
Lange Schlangen vor den Kassen, nicht vor der Bahn. Die Stimmung beim Anstehen war entspannt und gesittet.
Lange Schlangen vor den Kassen, nicht vor der Bahn. Die Stimmung beim Anstehen war entspannt und gesittet.
Blick zurück zur Talstation
Blick zurück zur Talstation
Kurz vor der Bergstation schwebt man über den Anfängerbereich:
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Die Pisten am Schlepplift sind toll! Die Trassierung, die Aussicht: top! Auch die Länge und die Höhenmeter der Abfahrten sind gefällig. Aber der Schlepper an sich hat es in sich. Ich habe schon lange nicht mehr geschwitzt beim Schleppliftfahren - heute war es wieder einmal soweit. Einerseits wegen der hohen Temperaturen, andererseits aufgrund der relativ anspruchsvollen Trasse. Die Spur ist oft leicht zur Seite abfallend, lang und steil. Des Weiteren sind die Bügel sehr rutschig und weisen eine ungewöhnliche Form auf. Ebenfalls sind tiefe Spurrillen vorhanden. Eine Präparierung der Trasse wäre wieder einmal eine angenehme Sache - sofern es die Schneelage denn zulässt. Die Schneelage im oberen Teil des Gebiets würde ich als ok einstufen. Immer wieder hat es braune Stellen aber richtig kritisch ist es selten.
Die Piste 1 ist im oberen Bereich landschaftlich extrem reizvoll. Der Verlauf durch die flache Landschaft gefällt mir sehr.
Die Piste 1 ist im oberen Bereich landschaftlich extrem reizvoll. Der Verlauf durch die flache Landschaft gefällt mir sehr.
Die 3 ist zu Beginn hübsch...
Die 3 ist zu Beginn hübsch...
...mündet aber bald in einem äusserst flachen Ziehweg.
...mündet aber bald in einem äusserst flachen Ziehweg.
Bei der Bergstation des Schlepeprs beginnen, von oben gesehen rechts, zur Zeit zwei Pisten. Es müssten die Nummern 6/7 und 5 sein.
Bei der Bergstation des Schlepeprs beginnen, von oben gesehen rechts, zur Zeit zwei Pisten. Es müssten die Nummern 6/7 und 5 sein.
Blick auf die Piste 7
Blick auf die Piste 7
Das müsste die 6 sein.
Das müsste die 6 sein.
Wahrscheinlich ebenfalls die 6...
Wahrscheinlich ebenfalls die 6...
Die Pisten sind teilweise eng und kurvig.
Die Pisten sind teilweise eng und kurvig.
Vor dem Mittag fuhren wir die blaue Talabfahrt. Die Piste führt durch den Wald, ist schmal und coupiert. An einigen Stellen ist der Schnee knapp.
Start der Talabfahrt
Start der Talabfahrt
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Im Gebiet habe ich zwei Schneeerzeuger gesehen, beide auf der Talabfahrt.
Im Gebiet habe ich zwei Schneeerzeuger gesehen, beide auf der Talabfahrt.
Es gibt auch noch eine rote Talabfahrt, die wir am Nachmittag gefahren sind.
Die Piste 5 am Schlepplift hat mir ebenfalls extrem gut gefallen. Sie führt etwas abgelegen in einem Bogen zurück zur Talstation. Die Tiefblicke ins Tal sind eindrücklich:
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Zum Gebiet im Allgemeinen habe ich mir während des heutigen Tages viele Gedanken gemacht, beziehungsweise sind mir mehrere Sachen aufgefallen. Kurz zusammengefasst: Landschaft und Aussicht genial, Pisten ebenfalls sehr ansprechend! Rest, das Drumherum: Naja. Begründung des "Najas": Es wirkt vieles nicht ganz ausgereift, ja leicht amateurhaft.
  • Es ist fraglich, wieso sie es nicht hingebracht haben, dass man Tickets online kaufen kann. Obwohl dies auf der Internetseite eigentlich vorgesehen ist, funktioniert diese Möglichkeit nicht. In der Folge müssen alle in die ewig lange Kolonne, die sehr langsam abgearbeitet wird.
  • Das Hauptrestaurant, das "Triemel" ist zwar hübsch und das Essen war in Ordnung. Aber der Service und auch die Küche waren offensichtlich überfordert oder mindestens überrascht ob des (überschaubaren) Andrangs. Immerhin war der Kellner sehr nett.
  • Mässige Pistenpräparierung: Löcher, Absätze, Knollen. Und davon nicht wenige. So viele, dass es sogar mir aufgefallen ist. Ein Teil ist sicher der doch nicht allzu üppigen Schneelage zuzuschreiben. Bei der Talstation haben wir zudem aufgeschnappt, dass eine der Pistenmaschinen kaputt sei.
Und zum Schluss frage ich mich, wie sich das Ganze rechnen sollte. Heute ist der 28. Dezember. Wohl einer der drei stärksten Tage des Jahres. Zwar waren die Parkplätze voll. Oben im Gebiet hatte es Leute aber voll war es definitiv nicht. Weder an den Liften, noch im Restaurant oder auf den Pisten. Anstehen? Bis auf einmal etwa fünf Minuten am Schlepplift und an der Sesselbahn: Fehlanzeige. Und am Sessellift musste man nur wegen der geringen Kapazität anstehen.

Weiter ist mir das unglaublich grosse Pistenangebot aufgefallen, das die beiden Lifte erschliessen. Für zwei Bahnen ist die Pistenvielfalt riesig. Und im Moment sind nicht einmal alle Pisten geöffnet. Und die geöffneten Pisten sind anscheinend auch nicht in voller Breite hergerichtet. Für die Wintersportler zwar überaus erfreulich aber auch hier wieder die Frage: Wie kann sich das lohen?

Mal schauen, wie es am Hochwang weitergeht. Ich bin gespannt. Ich bin froh, dass ich einmal dort war. Es hat mir gefallen. Aber ganz ehrlich, ob ich noch einmal zurückkehren werde: Das steht in den Sternen geschrieben. Aus mehreren Gründen.

P.S.: Die Rechtschreibkorrektur des Texts folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Re: Hochwang, 28.12.2024

Verfasst: 02.01.2025, 11:58
von Schneegott
Ein sehr toller Bericht, danke dir! Die Pistenvielfalt und Weite des Gebietes kommt gut rüber. Die kleinen Mankos sind sicher auch auf die Schliessung und erneute Öffnung zurückzuführen.
Neuentdeckungen und grosse Berichte mache ich immer als einzelner Bericht, damit diese auch als wichtiger und eigenständiger Bericht zum Suchen und in der Challenge erscheinen. So findet man die Infos zu einfacher.