Hoch-Ybrig 27. 12. 24 - Zufrieden ohne Erwartungen (Ski-Safari & Talabfahrt Weglosen)
Verfasst: 28.12.2024, 14:43
Hoch-Ybrig 27. 12. 24 - Zufrieden ohne Erwartungen
Gestern war ich auf dem Hoch-Ybrig. Bei perfektem Wetter um diese Jahreszeit konnte ich natürlich erwarten, dass heute halb Zürich dort oben war und dem war auch so. Bei jeder Anlage waren etwa 5 Minuten Wartezeit. Generell habe ich den Hoch-Ybrig eigentlich seit Jahren gemieden, obwohl ich nur etwa 40 min mit dem ÖV dorthin habe. Dies hatte zwei Gründe, die schattig-eisigen Pisten, die aufgrund der vielen Leute immer sehr schnell abgefahren sind. Dazu kommen die vielen Skiclubs, die dort oft trainieren und deren Kids oft sehr rücksichtslos fahren und drängeln. So zumindest meine Voreinstellung. Dass ich heute dennnoch einen Besuch abstattete, lag daran, dass sowohl die Skisafari in die Ibergeregg und die schwarze Talabfahrt nach Weglosen eine seltene Öffnung hatten. Ausserdem ist der Preis mit 54.- für die Tageskarte (mit Leg, ansonsten 59.-) im Vergleich zu anderen Gebieten in ähnlicher Distanz wie Flumserberg und Pizol, die beide mittlerweile um die 70 Franken verlangen, sehr fair. Dynamic Pricing gibt es hier zum Glück nicht.
Zum Gebiet: Unweit von Einsiedeln und Schwyz und damit in einstündiger Fahrdistanz der Ballungsräume Zürich und Luzern gelegen, lebt es vor allem von den Tagestouristen, die an den Wochenenden das Gebiet überrennen. Es liegt nicht besonders hoch (900-1900 müM), dafür sehr schattig und ist damit auch relativ schneesicher. Bekannt ist es ausserdem als Hausberg der Olympiasiegerin Wendy Holdener, was mit vielen Plakaten stolz präsentiert wird. Es wird von 5 "Kapazitäts-Monster" KSB, die bei so vielen Tagesgästen dennoch an ihre Grenzen kommen, gebaut in den 90er und 00er Jahren, erschlossen. Es gibt zwei Talstationen, Laucheren in Oberiberg mit einer 4 KSB und Weglosen, in einem Talkessel etwas im Nichts gelegen, nahe Unteriberg, wo die PB auf die Seeblialp führt. Sie wird im nächsten Winter ersetzt. Ab der Seeblialp erschliessen die beiden KSB Sternen und Hesisbol den nord-ausgerichteten Haupthang mit Pisten aller Schwierigkeitsgrade. Von der KSB Sternen führt ausserdem die Talabfahrt nach Weglosen. Die KSB Spirstock verbindet die zwei Skigebietsteile. Die zwei KSBs Laucheren (sehr lange) und Laucherenstöckli kommen von der Oberiberger Seite und erschliessen die flache Talabfahrt sowie zwei rote Pisten. Zählt man noch die zwei Dorflifte in Oberiberg sowie die Ibergeregg dazu, kommt man auf 50 Pisten-km. Dazu kommt noch die Skisafari, eine gelbe Piste, die auf die Ibergeregg oder nach Illgau führt. Alle Pisten ausser Illgau (ging heute auf) waren offen.
Ich startete den Tag in Oberiberg. Aufgrund des hohen Andrangs startete die Sesselbahn schon deutlich früher als 08.45 wie online angegeben, als ich um diese Zeit ankam, war der Parkplatz nämlich schon halb voll. Wie eingangs erwähnt, kam ich vor allem für die Skisafari und die Weglosen-Talabfahrt, die ich noch gar nie gefahren bin. Zuerst wollte ich jedoch noch die Pisten geniessen, bevor sie ganz zerfahren waren. In Erinnerung hatte ich sie als sehr eisig und nie besonders vergnüglich. Heute waren sie jedoch super, derart gut dass ich die rote am Laucherenstöckli gleich 5 Mal wiederholte. Selbst der sonst so rutschige Steilhang war so griffig, dass man ihn carven konnte. Da konnte man auch die jeweils 5-minütige Wartezeit verkraften. Ausserdem ist dieser Sektor der einzige, der morgens halbwegs Sonne hat. Da die meisten Leute direkt in Richtung Seeblialp wechselten, wozu man die andere (deutlich schlechtere) rote verwenden muss, war man auf der Hauptpiste mit gutem Timing sogar manchmal alleine. Dazwischen machte ich Mal die Talabfahrt nach Oberiberg. Ich liebe die Piste, sie ist so flach, dass man sie immer leicht tänzerisch aus dem Knieschwung fahren kann. Sie führt an Bauernhöfen vorbei, wo es nach Heu riecht und dann unter der Ibergereggpassstrasse durch, vor dem zugegeben scheusslich eisigen Schlusshang. Um ca. 11.00 ging es dann endlich zur Skisafari, dem Ziel des Tages. Sie ist eine Raupenbreite präpariert, skifahrerisch nicht anspruchsvoll abgesehen von einer engen Kurve, dafür landschaftlich umso schöner. Sie führt durch Wälder einem Grat entlang, mit Blick auf Muotathal, den Schwyzer Talkessel sowie zurück nach Oberiberg zur Sternenegg. Ab dort kommt man mit einigem Schieben um einen markanten Felsen, überquert dann die Passstrasse und steht dann an der Talstation des unteren Ibergeregg-Lifts. Die Skisafari führt zur Ibergeregg, einem Anfängergebiet auf dem gleichnamigen Pass, das von zwei Skiliften erschlossen wird und zur Mythenregion gehört. Der Hoch-Ybrig Tagespass ist hier jedoch auch gültig. Auch ich habe dort das Skifahren gelernt und muss heute immer schmunzeln wenn ich merke, dass der zweite Lift und seine Pisten, die mir damals ungeheuer lang und steil vorkamen, doch recht harmlos und kleinräumig sind.
Auf der Ibergeregg wollte ich eigentlich noch paar Mal fahren, da mir die Pisten hier sehr gut gefallen, doch die Wartezeiten an den beiden Bügeln waren so lang, dass ich es sein liess und direkt zurück nach Oberiberg fuhr mit dem zweiten Teil der Skisafari, die von der Bergstation am Brünnelistock startet. Wiederum landschaftlich sehr schön aber skifahrerisch nix spezielles. Zurück in Oberiberg wechselte ich die Gebietsseite an den Haupthang. Von diesem hatte ich vor heute wirklich wenig gehalten, da die Pisten immer so eisig sind. Auch hier war ich jedoch sehr positiv überrascht und konnte sogar am Mittag an einem solchen Grosskampftag abschnittsweise noch carven. Gut gefallen hat mir auch die schwarze Nr. 6, die ebenfalls selten offen ist. Die Pisten waren alle sehr breit gepistet, sodass es immer genug Platz für die vielen Gäste hatte. Dann ging's auf zum zweiten Besuchsgrund: Die Talabfahrt nach Weglosen. Als ich das letzte Mal in diesem Schattenloch von einem Talkessel stand, habe ich mich durchaus gewundert, wie es denn möglich ist, dass eine Piste diese ultrasteilen Hänge hinab führt. Da sie viel Schnee braucht und bis auf 1030 müM hinab führt, ist sie leider selten geöffnet, weshalb es meine Erstbefahrung war. Sie führt nach einer kurzen Traverse und einem Zick-zack in einen endlosen steilen, pickelharten Hang, auf den wiederum eine kurze Traverse folgt. Dieser Hang hat es wirklich in sich. Ich weiss nicht ob ich schonmal einen so langen Steilhang gefahren bin, am nächsten kommt vielleicht die Aigle in Zinal oder Piste 11 in Flumserberg. Wie die restlichen Pisten im Gebiet war er jedoch in gutem Zustand, hart aber ohne Steine und wirklich gut zum Fahren. In Weglosen wird gerade die Talstation der neuen Gondel gebaut, die nächsten Winter die PB ersetzt. Danach wechselte ich via Spirstock einmal mehr die Seite. Auf der Verbindung Spirstock-Laucheren begegnete ich dem einzigen Pistenabschnitt, der für mich "Hoch-Ybrig-typisch" war: Eisig, abgerutscht, zu viele Leute, schlechte Skifahrer etc. Danach reichte es noch für eine Wiederholung an der tollen Talabfahrt, ehe das Postauto fuhr. Insgesamt war ich sehr positiv überrascht vom Hoch-Ybrig heute: Ja es hatte viele Leute und die hervorragenden Schneeverhältnisse haben sicher geholfen, aber die Pisten, die ich in so schlechter Erinnerung hatte (damals auch noch mit schlechteren Skis), waren echt super. Die beiden Pisten, für die ich eigentlich gekommen war, bin ich so nur je ein einziges Mal gefahren. Auch sie haben mich nicht enttäuscht. Die Weglosen-Piste wäre ich gerne nochmal gefahren, aufgrund der PB war das jedoch zu umständlich. Schattig war es natürlich, wie erwartet, wenn man jedoch morgens am Laucherenstöckli fährt, kann man das umgehen. Von den Ski-Club-Kids habe ich heute nur wenige gesehen, das Verhalten war jedoch gleich wie immer.
. Insgesamt ein, angesichts der tiefen Erwartungen, wirklich toller Skitag, der meine Bewertung von Hoch-Ybrig recht positiv umgestimmt hat.
Gestern war ich auf dem Hoch-Ybrig. Bei perfektem Wetter um diese Jahreszeit konnte ich natürlich erwarten, dass heute halb Zürich dort oben war und dem war auch so. Bei jeder Anlage waren etwa 5 Minuten Wartezeit. Generell habe ich den Hoch-Ybrig eigentlich seit Jahren gemieden, obwohl ich nur etwa 40 min mit dem ÖV dorthin habe. Dies hatte zwei Gründe, die schattig-eisigen Pisten, die aufgrund der vielen Leute immer sehr schnell abgefahren sind. Dazu kommen die vielen Skiclubs, die dort oft trainieren und deren Kids oft sehr rücksichtslos fahren und drängeln. So zumindest meine Voreinstellung. Dass ich heute dennnoch einen Besuch abstattete, lag daran, dass sowohl die Skisafari in die Ibergeregg und die schwarze Talabfahrt nach Weglosen eine seltene Öffnung hatten. Ausserdem ist der Preis mit 54.- für die Tageskarte (mit Leg, ansonsten 59.-) im Vergleich zu anderen Gebieten in ähnlicher Distanz wie Flumserberg und Pizol, die beide mittlerweile um die 70 Franken verlangen, sehr fair. Dynamic Pricing gibt es hier zum Glück nicht.
Zum Gebiet: Unweit von Einsiedeln und Schwyz und damit in einstündiger Fahrdistanz der Ballungsräume Zürich und Luzern gelegen, lebt es vor allem von den Tagestouristen, die an den Wochenenden das Gebiet überrennen. Es liegt nicht besonders hoch (900-1900 müM), dafür sehr schattig und ist damit auch relativ schneesicher. Bekannt ist es ausserdem als Hausberg der Olympiasiegerin Wendy Holdener, was mit vielen Plakaten stolz präsentiert wird. Es wird von 5 "Kapazitäts-Monster" KSB, die bei so vielen Tagesgästen dennoch an ihre Grenzen kommen, gebaut in den 90er und 00er Jahren, erschlossen. Es gibt zwei Talstationen, Laucheren in Oberiberg mit einer 4 KSB und Weglosen, in einem Talkessel etwas im Nichts gelegen, nahe Unteriberg, wo die PB auf die Seeblialp führt. Sie wird im nächsten Winter ersetzt. Ab der Seeblialp erschliessen die beiden KSB Sternen und Hesisbol den nord-ausgerichteten Haupthang mit Pisten aller Schwierigkeitsgrade. Von der KSB Sternen führt ausserdem die Talabfahrt nach Weglosen. Die KSB Spirstock verbindet die zwei Skigebietsteile. Die zwei KSBs Laucheren (sehr lange) und Laucherenstöckli kommen von der Oberiberger Seite und erschliessen die flache Talabfahrt sowie zwei rote Pisten. Zählt man noch die zwei Dorflifte in Oberiberg sowie die Ibergeregg dazu, kommt man auf 50 Pisten-km. Dazu kommt noch die Skisafari, eine gelbe Piste, die auf die Ibergeregg oder nach Illgau führt. Alle Pisten ausser Illgau (ging heute auf) waren offen.
Ich startete den Tag in Oberiberg. Aufgrund des hohen Andrangs startete die Sesselbahn schon deutlich früher als 08.45 wie online angegeben, als ich um diese Zeit ankam, war der Parkplatz nämlich schon halb voll. Wie eingangs erwähnt, kam ich vor allem für die Skisafari und die Weglosen-Talabfahrt, die ich noch gar nie gefahren bin. Zuerst wollte ich jedoch noch die Pisten geniessen, bevor sie ganz zerfahren waren. In Erinnerung hatte ich sie als sehr eisig und nie besonders vergnüglich. Heute waren sie jedoch super, derart gut dass ich die rote am Laucherenstöckli gleich 5 Mal wiederholte. Selbst der sonst so rutschige Steilhang war so griffig, dass man ihn carven konnte. Da konnte man auch die jeweils 5-minütige Wartezeit verkraften. Ausserdem ist dieser Sektor der einzige, der morgens halbwegs Sonne hat. Da die meisten Leute direkt in Richtung Seeblialp wechselten, wozu man die andere (deutlich schlechtere) rote verwenden muss, war man auf der Hauptpiste mit gutem Timing sogar manchmal alleine. Dazwischen machte ich Mal die Talabfahrt nach Oberiberg. Ich liebe die Piste, sie ist so flach, dass man sie immer leicht tänzerisch aus dem Knieschwung fahren kann. Sie führt an Bauernhöfen vorbei, wo es nach Heu riecht und dann unter der Ibergereggpassstrasse durch, vor dem zugegeben scheusslich eisigen Schlusshang. Um ca. 11.00 ging es dann endlich zur Skisafari, dem Ziel des Tages. Sie ist eine Raupenbreite präpariert, skifahrerisch nicht anspruchsvoll abgesehen von einer engen Kurve, dafür landschaftlich umso schöner. Sie führt durch Wälder einem Grat entlang, mit Blick auf Muotathal, den Schwyzer Talkessel sowie zurück nach Oberiberg zur Sternenegg. Ab dort kommt man mit einigem Schieben um einen markanten Felsen, überquert dann die Passstrasse und steht dann an der Talstation des unteren Ibergeregg-Lifts. Die Skisafari führt zur Ibergeregg, einem Anfängergebiet auf dem gleichnamigen Pass, das von zwei Skiliften erschlossen wird und zur Mythenregion gehört. Der Hoch-Ybrig Tagespass ist hier jedoch auch gültig. Auch ich habe dort das Skifahren gelernt und muss heute immer schmunzeln wenn ich merke, dass der zweite Lift und seine Pisten, die mir damals ungeheuer lang und steil vorkamen, doch recht harmlos und kleinräumig sind.
Auf der Ibergeregg wollte ich eigentlich noch paar Mal fahren, da mir die Pisten hier sehr gut gefallen, doch die Wartezeiten an den beiden Bügeln waren so lang, dass ich es sein liess und direkt zurück nach Oberiberg fuhr mit dem zweiten Teil der Skisafari, die von der Bergstation am Brünnelistock startet. Wiederum landschaftlich sehr schön aber skifahrerisch nix spezielles. Zurück in Oberiberg wechselte ich die Gebietsseite an den Haupthang. Von diesem hatte ich vor heute wirklich wenig gehalten, da die Pisten immer so eisig sind. Auch hier war ich jedoch sehr positiv überrascht und konnte sogar am Mittag an einem solchen Grosskampftag abschnittsweise noch carven. Gut gefallen hat mir auch die schwarze Nr. 6, die ebenfalls selten offen ist. Die Pisten waren alle sehr breit gepistet, sodass es immer genug Platz für die vielen Gäste hatte. Dann ging's auf zum zweiten Besuchsgrund: Die Talabfahrt nach Weglosen. Als ich das letzte Mal in diesem Schattenloch von einem Talkessel stand, habe ich mich durchaus gewundert, wie es denn möglich ist, dass eine Piste diese ultrasteilen Hänge hinab führt. Da sie viel Schnee braucht und bis auf 1030 müM hinab führt, ist sie leider selten geöffnet, weshalb es meine Erstbefahrung war. Sie führt nach einer kurzen Traverse und einem Zick-zack in einen endlosen steilen, pickelharten Hang, auf den wiederum eine kurze Traverse folgt. Dieser Hang hat es wirklich in sich. Ich weiss nicht ob ich schonmal einen so langen Steilhang gefahren bin, am nächsten kommt vielleicht die Aigle in Zinal oder Piste 11 in Flumserberg. Wie die restlichen Pisten im Gebiet war er jedoch in gutem Zustand, hart aber ohne Steine und wirklich gut zum Fahren. In Weglosen wird gerade die Talstation der neuen Gondel gebaut, die nächsten Winter die PB ersetzt. Danach wechselte ich via Spirstock einmal mehr die Seite. Auf der Verbindung Spirstock-Laucheren begegnete ich dem einzigen Pistenabschnitt, der für mich "Hoch-Ybrig-typisch" war: Eisig, abgerutscht, zu viele Leute, schlechte Skifahrer etc. Danach reichte es noch für eine Wiederholung an der tollen Talabfahrt, ehe das Postauto fuhr. Insgesamt war ich sehr positiv überrascht vom Hoch-Ybrig heute: Ja es hatte viele Leute und die hervorragenden Schneeverhältnisse haben sicher geholfen, aber die Pisten, die ich in so schlechter Erinnerung hatte (damals auch noch mit schlechteren Skis), waren echt super. Die beiden Pisten, für die ich eigentlich gekommen war, bin ich so nur je ein einziges Mal gefahren. Auch sie haben mich nicht enttäuscht. Die Weglosen-Piste wäre ich gerne nochmal gefahren, aufgrund der PB war das jedoch zu umständlich. Schattig war es natürlich, wie erwartet, wenn man jedoch morgens am Laucherenstöckli fährt, kann man das umgehen. Von den Ski-Club-Kids habe ich heute nur wenige gesehen, das Verhalten war jedoch gleich wie immer.