Interview mit Zermatt Bergbahnchef
Verfasst: 24.12.2024, 10:59
Interview mit Zermatt-Chef - Tages-Anzeiger 21.12
"US-Gigant im Schweizer Ski-Business: Der Zermatter Seilbahnchef rümpft die Nase"
- Tagesskipässe von 200 bis 300 Franken in 10 Jahren unrealistisch, eher 150 CHF
- Viele mittelgrosse Resorts sind mit Tageskartenpreisen von CHF 80 zu teuer, aber natürlich, er sehe das Dilemma, man hat investiert in Beschneiung usw.
- Österreich nicht mehr teurer bei Skipässen, da Subventionen wegegefallen sind, mussten die Bahnen ihre Ticketpreise erhöhen. Vorher massives Wettrüsten dank Subventionen. Nur noch das Essen ist günstiger, Unterkunft gleich teuer wie in der CH
- Andermatt wird für Vail kein Erfolg werden, da viel zu wenige Hotelbetten und für Tagestouristen gibt es nähere Skiorte als Andermatt. Sawiris hätte ja einfach ein paar Hotels gebaut. Ein börsenkotierter Konzern müsse Gewinn sehen, sonst gehe es nicht. Vail werde bei Sawiris anklopfen, damit dieser investiere in Hotels usw. mache.
- Asien bleibe wichtig, vermehrt auch Einzeltouristen. Asiaten werden auch Skifahren, das könne man jetzt schon sehen, da vermehrt Asiaten als Einzeltouristen auf den Pisten Zermatts anzutreffen sind. Asien wichtiges Gästesegment für den Skitourismus in der Zukunft.
- Deutschland kann man derzeit vergessen
Und:
Noch ein eher leichtes Thema: Wie müssen wir uns die Gondel der Zukunft vorstellen?
Ich habe für eine neue Lösung des Innerortsverkehrs in Zermatt mit einem der grössten Hersteller von Achterbahnen zusammengearbeitet – um die jetzigen E-Shuttle zu ersetzen. Von Achterbahnen abgeleitete Fahrzeuge können den Berg hoch- und runterfahren, man kann bei ihnen als Kabine anbringen, was man will, auch Anhänger für den Transport von Gepäck sind möglich, und der Kurvenradius solcher Fahrzeuge beträgt drei Meter. Solche Systeme sehe ich durchaus als mögliche Zukunft der Beförderung in den Bergen.
Bezüglich Andermatt finde ich das Argument etwas schwach: natürlich kann man das Skigebiet mit der aktuellen Zahl an Übernachtungskapazitäten nicht gewinnbringend führen, allerdings sind bis jetzt erst 2 von 5 Hotels gebaut, mit dem dritten Hotel wird im Frühling gestartet. Die Anzahl der Apparthäuser hat zwar inzwischen eine stattliche Grösse erreich, aber m.E. merkt man es auch im Resort, dass wirklich noch weiteres Hotel fehlt (Belebung Ort). Und das Resort Dieni kommt ja auch noch. Und v.a. möchte Sawiris ja den Resort-Gedanken in den Alpen realisieren und nicht einfach nur Hotels, Wohnungen usw. bauen.
"US-Gigant im Schweizer Ski-Business: Der Zermatter Seilbahnchef rümpft die Nase"
- Tagesskipässe von 200 bis 300 Franken in 10 Jahren unrealistisch, eher 150 CHF
- Viele mittelgrosse Resorts sind mit Tageskartenpreisen von CHF 80 zu teuer, aber natürlich, er sehe das Dilemma, man hat investiert in Beschneiung usw.
- Österreich nicht mehr teurer bei Skipässen, da Subventionen wegegefallen sind, mussten die Bahnen ihre Ticketpreise erhöhen. Vorher massives Wettrüsten dank Subventionen. Nur noch das Essen ist günstiger, Unterkunft gleich teuer wie in der CH
- Andermatt wird für Vail kein Erfolg werden, da viel zu wenige Hotelbetten und für Tagestouristen gibt es nähere Skiorte als Andermatt. Sawiris hätte ja einfach ein paar Hotels gebaut. Ein börsenkotierter Konzern müsse Gewinn sehen, sonst gehe es nicht. Vail werde bei Sawiris anklopfen, damit dieser investiere in Hotels usw. mache.
- Asien bleibe wichtig, vermehrt auch Einzeltouristen. Asiaten werden auch Skifahren, das könne man jetzt schon sehen, da vermehrt Asiaten als Einzeltouristen auf den Pisten Zermatts anzutreffen sind. Asien wichtiges Gästesegment für den Skitourismus in der Zukunft.
- Deutschland kann man derzeit vergessen
Und:
Noch ein eher leichtes Thema: Wie müssen wir uns die Gondel der Zukunft vorstellen?
Ich habe für eine neue Lösung des Innerortsverkehrs in Zermatt mit einem der grössten Hersteller von Achterbahnen zusammengearbeitet – um die jetzigen E-Shuttle zu ersetzen. Von Achterbahnen abgeleitete Fahrzeuge können den Berg hoch- und runterfahren, man kann bei ihnen als Kabine anbringen, was man will, auch Anhänger für den Transport von Gepäck sind möglich, und der Kurvenradius solcher Fahrzeuge beträgt drei Meter. Solche Systeme sehe ich durchaus als mögliche Zukunft der Beförderung in den Bergen.
Bezüglich Andermatt finde ich das Argument etwas schwach: natürlich kann man das Skigebiet mit der aktuellen Zahl an Übernachtungskapazitäten nicht gewinnbringend führen, allerdings sind bis jetzt erst 2 von 5 Hotels gebaut, mit dem dritten Hotel wird im Frühling gestartet. Die Anzahl der Apparthäuser hat zwar inzwischen eine stattliche Grösse erreich, aber m.E. merkt man es auch im Resort, dass wirklich noch weiteres Hotel fehlt (Belebung Ort). Und das Resort Dieni kommt ja auch noch. Und v.a. möchte Sawiris ja den Resort-Gedanken in den Alpen realisieren und nicht einfach nur Hotels, Wohnungen usw. bauen.