Das heutige Tagesprogramm hier, da es ein Weingutsbesuch war:
Zu fünft, davon zwei andere Gäste aus der Schweiz, ging es mit dem Fahrdienst zum Köfelgut des Martin Pohl in Kastelbell.
Die Grundstruktur des Hofs stammt aus dem 14. Jahrhundert und 1970 war der Vater des jetzigen Besitzers der erste Flaschenwelnvermarkter des Vinschgaus.
Auf 5ha rund um die Hofstelle werden Weißburgunder, Grauburgunder (Ruländer), Chardonnay und Gewürztraminer sowie hauptsächlich Blauburgunder und ein Hauch Cabernet Franc angebaut.
Nach einer kurzen Einführung mit Blick in die Weinberge ging es dann zur Verkostung in das Turmgewölbe, wobei der Turm selbst, in der Tat erst in den 1980er entstanden ist.
Es ging dann eigentlich durch fast das komplette Sortiment und (für Thomas etwas überraschend, da er das Gut in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren hatte) überzeugte von vorne bis hinten.
Weißburgunder geradlinig mit feinen Apfelnoten, trinkiger Mineralität und lebhafter, aber nicht beissender Säure.
Grauburgunder etwas fülliger, aber nicht breit. Runder, sehr angenehmer Wein, gerade für den säureempfindlichen Trinker

Gewürztraminer trocken mit schönem Rosenduft, nicht parfümiert, im Mund dann mit leichten Muskat- und Litschinoten, aber sehr filigran im Vergleich zu Traminer Gewächsen. Das Vinschgau liefert hier einen schönen Kontrapunkt bei angenehmen Alkoholgraden.
Chardonnay-Grauburgunder; sehr schöner Allrounder für die Gastro, nicht überkomplex, aber dennoch Ausdrucksvoll mit leichtem Anklang von Birne.
Blauburgunder Kretzer; echter Terrassenwein mit spritziger Säure und leichten Erdbeernoten.
Blauburgunder 2019; wow; Weichselkirche glasklar, angenehme Säure, der läuft

, wahrscheinlich jetzt und die nächsten zwei Jahre auf dem Höhepunkt.
Blauburgunder 2020, konzentrierter, wärmer, mit leichter Extraktsüße. Etwas Waldboden etc.; ein würdiger großer Bruder sozusagen.
Der 2018er Blauburgunder Riserva mit deutlich ausgeprägteren Holznoten; hat sicherlich Anhänger und ist gut, aber persönlich fand ich die "einfacheren" schöner.
Nicht nur, weil ich dann schon leicht angesäuselt war, viel die Entscheidung ziemlich schwer

Chardonnay-Grauburgunder und Blauburgunder 2019 landeten im Kofferraum des Fahrdienstes.
Zurück im Hotel dann noch ein kleiner Dorfspaziergang; langsam wurde der Wind unangenehm, so dass ich den Nachmittag im Zimmer bzw. am und im Pool ausklingen lassen werde, bevor wieder Essen ansteht
