Seite 2 von 2

Re: Neues in Savognin / Bivio (Val Surses)

Verfasst: 31.03.2026, 09:10
von joepert
Grünes Licht für Jugendherberge Savognin

https://www.valsurses.ch/de/medienmitte ... e-savognin

Re: Neues in Savognin / Bivio (Val Surses)

Verfasst: 06.04.2026, 20:40
von Gara
Im Nachbarforum läuft aktuell gerade eine Diskussion über das Skigebiet Savognin und seine Zukunft. Gerne sende ich meine Antwort auch hier rein. Vielleicht möchte jemand widersprechen oder etwas ergänzen...

Ich wohne in Savognin und war diesen Winter 19 mal im Gebiet. Jeden Winter fällt mir mehr auf, wie sich das Gebiet verschlechtert. Die Bergbahnen geben sich meiner Meinung nach viel zu wenig Mühe und machen nicht alles, was möglich wäre.

Zum Beispiel:
- Die Rennstrecke unterhalb von Somtgant war diesen Winter keinen einzigen Tag ausgesteckt oder präpariert, obwohl es Schneekanonen in der Nähe hätte und die Schneelage seit Mitte Februar sowieso genügend gut gewesen wäre.

- Die einzige schwarze Piste im Gebiet (Crest' Ota) war trotz ausreichender Schneelage den ganzen Winter über geschlossen.

- Der Snowpark ist seit ein paar Jahren faktisch inexistent. Auf Somtgant war das ein attraktiver, gut besuchter Snowpark mit dem einzigen Nachteil, dass man jeweils bis nach Tigignas für eine Wiederholung fahren musste. Aus diesem Grund wurde er in den Tigignas Park verlegt, weil es dort ein Kinderlift für Wiederholungen gibt. Nur sind die Schanzen viel kleiner und es wird auch viel weniger benutzt, weil es abgelegen ist und man extra mit dem Kinderlift hochfahren muss. Man hätte den Lift im Tigignas Park einfach auf Somtgant verlegen sollen. Im Tigignas Park fuhr seit der Schliessung des Cubes eh niemand mehr.

- Die Skilifte in Radons und Laritg fahren immer langsamer. Es fällt wirklich auf und es ist somit viel anstrengender als früher und erst recht nicht mehr zeitgemäss. Die Lifte sind jetzt eindach uralt.

- Letzten März wurde plötzlich nicht mehr täglich präpariert. Es gab wohl viele Reklamationen, dieses Jahr wurde zum Glück wieder täglich präpariert.

- Early Bird findet seit diesem Winter nur bis Anfangs März statt. Früher war das bis zum Saisonende.

- Die Lichttafel in Tigignas mit den offenen Bahnen und Pisten war den ganzen letzten Winter kaputt und auch dieses Jahr funktioniert es nur so halb.

Meiner Meinung nach sollte jetzt wirklich dringend investiert werden. Diese Investitionen finde ich am dringendsten:
- Ersatz Skilifte Radons
- Beschneiung Radons inklusive Rückbringerpiste(n).
- Neubau Restaurant Somtgant
- Neue Attraktionen im Sommer (Seilpark, Wasserspielplatz, Biketrails etc.)

Bezüglich Zubringer nach Radons bin ich zwiegespalten. Einerseits würde es den Restaurants in Radons sicher nützen, v.a. im Sommer. Andererseits sind für ein Gebiet wie Savognin zwei Zubringer wohl zu viel. Die 10-EUB ist nie überlastet.

Somit ergeben sich folgende langfristige Investitionen:
- Zubringergondelbahn Radons
- Neuerschliessung Surcarungas
- Beschneiung und Ersatz Skilift in Laritg

Heute waren meine Eltern mit dem Gemeindepräsidenten in der Gondel. Sie haben über diese Themen geredet und auch er war von gewissen am Anfang genannten Themen enttäuscht (Rennstrecke, Crest'Ota). Eine andere Aussage macht mich aber weniger optimistisch: Die Bergbahnen seien die einzigen gewesen, die investiert haben. Solange man nur streitet wer als nächstes investieren soll, passiert leider nichts.

Das grosse Problem von Savognin sind die zu tlefen Frequenzen. Deshalb rentieren sich Investitionen nicht und deshalb sieht es in Radons immer noch wie in den 70er Jahren aus. Ich hoffe sehr, dass der Magic Pass bald auch in Graubünden einzug hält. Das würde endlich mehr Leute ins Gebiet holen.

Re: Neues in Savognin / Bivio (Val Surses)

Verfasst: 07.04.2026, 08:26
von Nüllischnee
Ich war bis vor einigen Jahren sehr regelmässig in Savognin und hätte auch heute wohl noch oft ein Bett, welches ich bei Bedarf nutzen könnte. Meine geringere Präsenz hängt sicherlich auch damit zusammen, dass ich von Bern aus in 3.5 Stunden Fahrzeit per ÖV (eine der wenigen Verbesserungen in Savognin in den letzten Jahren) eine Vielzahl an anderen Skigebieten erreiche.

Aber auf der anderen Seite sind die mangelnde Schneesicherheit in Kombination mit den hohen Preisen bei kurzfristiger Buchung für mich durchaus das Kernproblem. Die beiden Radonser Lift, Laritg und entsprechende Zu-/Rückbringerpisten benötigen dringendst eine Beschneiungsanlage. Mit einem geschlossenen Naladas kann man leben, die anderen Anlagen würde ich aber als sehr relevant ansehen. Wie sollen Hotellerie und Gastronomiebetrieb erfolgreich wirtschaften können, wenn Jahr für Jahr die Schneesicherheit fraglich ist? Für die Radonser Restaurants äusserst schwierig, für die Betrieb im Dorf ebenfalls. Denn wer im Februar schlechte Bedingungen vorfindet, wird wohl im Folgewinter ein anderes Skigebiet aufsuchen. Gleichzeitig werden relativ hohe Preise für Tageskarten verlangt. Meist sind der Pizol und auch die Lenzerheide (beide auf dem Weg nach Savognin) preislich eher günstiger als in Savognin, insbesondere in Kombination mit Rabatten wie Snow'n'Rail. Ältere Anlagen werden von den Gästen durchaus akzeptiert und genutzt wie ein Blick in gewisse Skigebiete im Wallis zeigt oder auch an Tagen mit guten Schneeverhältnissen in Savognin.

Die Wiedereröffnung vom Cube ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, was Übernachtungskapazitäten angeht. Doch wer trägt das wirtschaftliche Risiko hier? Für die Schweizer Jugendherbergen ist ein Betrieb mit 280 Betten äusserst gross. Da sind nur noch St. Moritz (299 Betten) und Zürich (280 Betten) ähnlich gross, allerdings mit deutlich höherer Bekanntheit. Ohne Schneesicherheit lässt sich das Haus wohl selbst im Winter kaum mit zahlungsbereiten Gästen füllen. Ausschliesslich Schullager dürften wirtschaftlich kein Erfolg sein.