Seite 2 von 2

Re: Fairlie Welsh

Verfasst: 24.02.2026, 22:36
von Turms
Echt? Bist du in Wales „verliebt“?

Ja, ich habe dort meinen Masterabschluss gemacht. Eigentlich war ich 1,5 Jahre dort, und danach bin ich noch 5–6 Monate einfach geblieben. Ich konnte nicht weg 😅
Ich habe gelegentlich in einer Bar gearbeitet – ganz rechts an der Promenade, wenn man aufs Meer schaut. An den Namen erinnere ich mich leider nicht mehr.
Ich weiß nicht, wie es heute ist, aber damals gab es mehr Studenten als Einwohner – unglaublich!
Der Studiengang hatte damals einen neuen Direktor, direkt aus Harvard, und er hat unglaublich viele Sachen für Team-Building usw. organisiert: Ausflüge, Events und vieles mehr.
Ich habe mir selbst versprochen, irgendwann wieder dorthin zu fahren – für ein Bier und eine Runde Snooker im Pier Pressure… und danach Fish & Chips.
Poooo… ich habe so viele Erinnerungen und Bilder im Kopf… sie kommen jetzt alle langsam, eine nach der anderen, zurück

Ich muss sagen: Diese zwei Jahre waren vielleicht (oder nicht) die besten in meinem Leben, aber definitiv in meinen Top 5.

Ich musste nach den zwei Jahren über Birmingham zurück nach Griechenland – und ich konnte einfach nicht
Am Flughafen, am Gate, hatte ich ein richtiges Gedankenkarussell: Soll ich einfach sagen „fuck it all, ich bleibe hier“ – oder zurück, weil ich „muss“?
Sie haben meinen Namen viermal ausgerufen, und ich konnte mich einfach nicht bewegen.
Dann kam eine Mitarbeiterin zu mir und fragte: „Sind Sie Herr XXXX? Wir warten auf Sie.“
Wenn sie nicht gekommen wäre… vielleicht wäre ich wirklich einfach dort geblieben.

:|

sorry for the Off Topic....

Re: Fairlie Welsh

Verfasst: 24.02.2026, 23:03
von Dachstein
Ich sags mal so: ich bin in Wales, insbesondere Snowdonia irgendwie hängen geblieben. Drehe ich den Rechner auf, sehe ich die K1 in der Chairman's Curve vor Rhyd Ddu. Schaue ich auf meinen Kalender im Büro, ist auch eine der walisischen Bahnen da. Schaue ich ins Bücherregal, so finde ich doch einiges an Literatur...

Wenn ich am Northwales Expressway Richtung Carenarfon oder über den Cob nach Porthmadog fahre, fühle ich mich, als würde ich bei mir daheim auf einer Straße unterwegs sein. Navi brauche ich teilweise auch schon keines mehr.
Nicht, dass ich die Heimat Österreich nicht mögen würde, aber da drüben fühle ich mich irgendwie genau so heimisch wie bei uns vor der Haustüre.

Und ziemlich oft denke ich daran, wie ich auf den Führerstand von so einer Garrat oder Double-Fairlie komme.

Glück Auf!
Dachstein

Re: Fairlie Welsh

Verfasst: 25.02.2026, 14:07
von Turms
Ich fühle dich total 🙂
Bei mir war es ähnlich – nach meiner ersten Reise nach Österreich, im Februar 2007

Re: Fairlie Welsh

Verfasst: 25.02.2026, 18:38
von Dachstein
Mein Problem mit GB ist aber, dass ich das Land nur vom Urlaub her kenne. Da glorifiziert man gerne. Klar, die Arbeit ist weit weg, das Konto aber gut gefüllt und man braucht sich um sonst wenig kümmern - und die Museumsbahnen sind einfach nur schön.

Es ist aber auch nicht alles Gold was glänzt. Gerade die Gesundheitsversorgung in GB ist zwar gratis, aber lange nicht auf dem Stand von Österreich. Ein Sozialsystem mit vielen Fragezeichen, staatliche Pensionen, wo man zwingend privat Vorsorgen muss. Ein Bildungssystem, in welchem man mit Geld viel erreichen kann. Problememe mit der Infrastruktur ohne Ende (Kläranlagen, Wasserversorgung, Straßen, Eisenbahn), usw. Dazu noch der Brexit, der vieles verschlimmert hat.

Daher bin ich grundsätzlich sehr froh, Österreicher zu sein und in Österreich zu leben. Dennoch hat mich Wales und Snowdonia abgeholt.

Hast du in deiner Zeit in Aber zumindest ein paar Brocken Walisisch gelernt?

Glück Auf!
Dachstein

Re: Fairlie Welsh

Verfasst: 25.02.2026, 22:06
von Turms
Ja… es ist so. Bei mir war es deutlich einfacher: Der Wechsel von Griechenland nach Deutschland war in fast allen Lebensbereichen eine klare Verbesserung.

Am Anfang in Aber habe ich sogar einen kostenlosen Kurs für Wales besucht. Aber als dann der Druck mit den Klausuren, Präsentationen und endlosen Lektüren kam, habe ich damit aufgehört. Ein paar Dinge sind trotzdem hängen geblieben – zum Beispiel, dass man nach einem Shot Jack Daniel’s immer ein kaltes Bier trinken sollte und nicht diese lauwarme Variante, die man in Großbritannien manchmal bekommt. :lol:

Und auf jeden Fall: Niemals versuchen, eine Frau aus Wales bei einem Trinkwettbewerb herauszufordern … die Folgen sind unbeschreiblich.