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Re: Harz 2023/24

Verfasst: 23.01.2024, 22:18
von Langenberg
Deepwhite hat geschrieben: 23.01.2024, 22:05 Der Thüringer Wald ist schon eher ein wenig das Erzgebirge in klein. Man hat halt nur keine herrausragenden Gipfel wie Fichtel und Keilberg & nicht ganz so viele Flächen/Ortschaften, die auf 600 bis 900m Höhe liegen. Entlang des gesammten Erzgebirgskamms werden ja Höhen von mind. 800m erreicht. Geländetechnisch meist unspektakulär, aber eben flächendeckend hoch genug.
Gibt schon durchaus herausragende Berge, z. B. den Gr. Inselsberg oder Gr.Beerberg/Schneekopf, aber die haben eben kaum/keine Liftinfrastruktur. Da fehlten in der Gründerzeit der meisten Skigebiete (zwischen 1960 und 1990) einfach die Rahmenbedingungen, damit mehr als einige Dorf- und Vereinslifte entstehen konnten. Topografisch wäre noch viel mehr möglich. Durch klimatische und umweltpolitische Veränderungen ist es aber mittlerweile nahezu unmöglich, diese Potentiale auszuschöpfen.

Re: Harz 2023/24

Verfasst: 23.01.2024, 23:31
von Deepwhite
Langenberg hat geschrieben: 23.01.2024, 22:18
Deepwhite hat geschrieben: 23.01.2024, 22:05 Der Thüringer Wald ist schon eher ein wenig das Erzgebirge in klein. Man hat halt nur keine herrausragenden Gipfel wie Fichtel und Keilberg & nicht ganz so viele Flächen/Ortschaften, die auf 600 bis 900m Höhe liegen. Entlang des gesammten Erzgebirgskamms werden ja Höhen von mind. 800m erreicht. Geländetechnisch meist unspektakulär, aber eben flächendeckend hoch genug.
Gibt schon durchaus herausragende Berge, z. B. den Gr. Inselsberg oder Gr.Beerberg/Schneekopf, aber die haben eben kaum/keine Liftinfrastruktur. Da fehlten in der Gründerzeit der meisten Skigebiete (zwischen 1960 und 1990) einfach die Rahmenbedingungen, damit mehr als einige Dorf- und Vereinslifte entstehen konnten. Topografisch wäre noch viel mehr möglich. Durch klimatische und umweltpolitische Veränderungen ist es aber mittlerweile nahezu unmöglich, diese Potentiale auszuschöpfen.
Nunja; alle markanteren Gipfel des Thüringer Walds einschließlich Inselberg und Gr. Beerberg liegen irgendwo zwischen 800 und 1000m Höhe. Genau das gleiche gilt für fast alle Gipfel des Erzgebirgskamms. Fichtelberg und Keilberg sind deshalb wortwörtlich herrausragend, da sie nunmal rd. 300 höher sind, als der restliche Kamm. Ungefähr 90% der Skipisten beider Skigebiete liegen über 900m Höhe. Also genau die Höhenlage, wo alle anderen Skigebiete im Thüringer Wald und im Erzgebirge spätestens enden. (Plessberg mal ausgeklammert)

Der Inselberg ist sicherlich Topograpisch markant, überragt aber das restliche Gebirge nicht im gleichen Maß. Eine lange Piste an seinem Nordhang bis auf 600m runter hätte ein tolles Gefälle und würde sich inkl. Beschneiungssystem mit Sicherheit rechnen, Anfänger geeignet wäre er aber natürlich nicht. Die fehlende blaue Abfahrt macht ein solches Projekt für Investoren viel zu unsicher, selbst wenn es 100% Genehmigungsfähig wäre.
Der Große Beerberg hat wenig markantes an sich. Auch für die Erschließung eines Skigebiets weniger optimal. (nur lange Südhänge ...)
Der Schneekopf hätte in mehrere Richtungen steile Hänge, keine Frage. Aber es fehlt eben die Nähe zu einem Ort/Infrastruktur. Für deutsche Verhältnisse liegt er halt schon ziemlich Abseits. Wenn man im Mittelgebirge ein neues Skigebiet hochziehen möchte, muss es von Anfang an für Anfänger ein gutes Angebot geben. Beim großen Winterberg sehe ich erneut nicht wirklich Möglichkeiten, breite blaue Pisten anzulegen.
Zuletzt wäre wie gesagt eine Höhenlage zwischen z.B. 750 und 950m nicht herrausragend hoch, wenn in Oberhof und Schmiedefeld schon Skihänge auf 750 bis 850m Höhe existieren.

Kurzum: für mich ist es nicht verwunderlich/kein Zufall, dass es im Thüringer Wald kein richtig großes Skigebiet gibt. DIE eine herrausragende Lage gibt es einfach nicht.

Re: Harz 2023/24

Verfasst: 24.01.2024, 08:47
von Thueringer.Wald
Auch wenn es hier der falsche Thread dafür ist, noch kurz meine Anmerkungen:

Der Inselsberg ist als Skiberg maximal ungeeignet, da er viel zu exponiert liegt und von den Sturmlagen voll erfasst wird.
So schnell wie der Schnee dort kommt ist er auch wieder weg. Da würde dann selbst mit Beschneiung also genauso laufen wie am Ettelsberg oder am Wurmberg.
Der Bereich ab Südöstlich ab Oberhof liegt wesentlich geschützter, was auch die Anzahl der Liftanlagen wiederspiegelt.
Die Region Beerberg / Schneekopf wurde schon in DDR-Zeiten wegen der dort vorhandenen Ur-Fichtenwälder als ökologisch schützenswert angesehen.

In Potucky z.B. sieht man, dass eine wettergeschützte Lage viel mehr zählt als 100 oder 200m mehr Höhe.
Und dass im genannten Bereich keine größeren Skigebiete entstanden sind, hatte vielmehr politischen Hintergrund.
Auch wenn es in den 60ern bis 80ern viele Ideen und auch Potential gab im südlichen Thüringer Wald weitere Anlagen zu platzieren, war es politisch einfach nicht gewünscht, viele Touristen in die grenznahen Gebiete zu Bayern zu bringen.
Oberhof war dort das Maximum, was für die Politführung vertretbar war.
Das Erzgebirge war dort mit den sowjetischen Nachbarn klar im Vorteil.

Re: Harz 2023/24

Verfasst: 24.01.2024, 11:18
von Langenberg
Thueringer.Wald hat geschrieben: 24.01.2024, 08:47 Die Region Beerberg / Schneekopf wurde schon in DDR-Zeiten wegen der dort vorhandenen Ur-Fichtenwälder als ökologisch schützenswert angesehen. :roll:
Ich dachte, der Hauptgrund gegen die Erschließung waren die Sendeanlagen auf dem Schneekopf samt Sperrgebiet.

Re: Harz 2023/24

Verfasst: 30.01.2024, 22:52
von mafikS
Guckt mal hier:

https://www.bz-berlin.de/berlin/von-ber ... -3-stunden

So einfach ist Journalismus :roll:

:lol: :lol: :lol:

Re: Harz 2023/24

Verfasst: 26.03.2024, 08:42
von Schneefuchs
Langenberg hat geschrieben: 22.01.2024, 23:05 Ich war am Samstag in Hahnenklee, quasi zum dortigen Opening der Skisaison. Wie ich heute Abend feststellen musste, ist es windbedingt vorerst bei diesem einen Saisontag geblieben (ok, am Sonntag waren noch die Übungslifte im Tal und am Berg (!) auf, aber das zähle ich mal nicht).
Und da hast Du wirklich den einzigen Betriebstag der Saison erwischt! :D

Dafür hatte ich am Wurmberg am selben Tag den einzigen Nachmittag mit Gondel und Panoramaabfahrt. Die Sesselbahn hatte traurige 5 Betriebstage. Am Schlepper waren es wohl gute 20, aber das ist "Minimalskilauf".

Re: Harz 2023/24

Verfasst: 13.05.2024, 20:54
von Annefnd
Thueringer.Wald hat geschrieben: 24.01.2024, 08:47 Auch wenn es hier der falsche Thread dafür ist, noch kurz meine Anmerkungen:

Der Inselsberg ist als Skiberg maximal ungeeignet, da er viel zu exponiert liegt und von den Sturmlagen voll erfasst wird.
So schnell wie der Schnee dort kommt ist er auch wieder weg. Da würde dann selbst mit Beschneiung also genauso laufen wie am Ettelsberg oder am Wurmberg.
Der Bereich ab Südöstlich ab Oberhof liegt wesentlich geschützter, was auch die Anzahl der Liftanlagen wiederspiegelt.
Die Region Beerberg / Schneekopf wurde schon in DDR-Zeiten wegen der dort vorhandenen Ur-Fichtenwälder als ökologisch schützenswert angesehen.

In Potucky z.B. sieht man, dass eine wettergeschützte Lage viel mehr zählt als 100 oder 200m mehr Höhe.
Und dass im genannten Bereich keine größeren Skigebiete entstanden sind, hatte vielmehr politischen Hintergrund.
Auch wenn es in den 60ern bis 80ern viele Ideen und auch Potential gab im südlichen Thüringer Wald weitere Anlagen zu platzieren, war es politisch einfach nicht gewünscht, viele Touristen in die grenznahen Gebiete zu Bayern zu bringen.
Oberhof war dort das Maximum, was für die Politführung vertretbar war.
Das Erzgebirge war dort mit den sowjetischen Nachbarn klar im Vorteil.

Vielen Dank für deine ausführlichen Anmerkungen! Es ist interessant, mehr über die geografischen und politischen Faktoren zu erfahren, die die Entwicklung von Skigebieten in verschiedenen Regionen beeinflusst haben. Die Schutzbedürftigkeit bestimmter Ökosysteme und die politischen Grenzen haben zweifellos einen großen Einfluss darauf, wo Skigebiete entstehen können und welche Entwicklung sie nehmen.

Es ist wichtig, diese Faktoren zu berücksichtigen, um fundierte Entscheidungen über die Planung und Entwicklung von Skigebieten zu treffen, und um die natürliche Umgebung angemessen zu schützen. Vielen Dank, dass du diese Perspektive geteilt hast! ;)