Beim Susten-Pass zwischen dem Berner Oberland und dem Kanton Uri gab es vor langer Zeit (1970er- und 80er-Jahre) zwei verschiedene Skilifte: Den Skilift Steinlimi auf der Berner Seite und den Seillift Sustenloch auf dem Gebiet des Kantons Uri. Auf der Internetseite http://www.stahlseil.ch (unter Kanton Bern - Kraftwerke Oberhasli) von ATV gibt's übrigens Bilder vom ehemaligen Sommerskigebiet beim Sustenloch (Firnschneefeld; kein Gletscher!). Die Anlage Sustenloch war nur ein kurzer Seillift, der andere (Von-Roll)-Skilift am Steinlimi-Gletscher ist weiter unten hier auf einem alten Foto abgebildet. Der Steinlimi-Schlepper lief nur gerade zwei bis drei Saisons - 1971 bis 1974, so um den Dreh rum.
Geplant war, rund um den Skilift Steinlimi ein neues Skigebiet zu erschaffen - mit einer Zufahrtsstrasse, mit kleinen mobilen Liften zum Steinlimi-Lift sowie zwei weiteren Skiliften zum Giglistock. Aus den hochtrabenden Plänen wurde nicht, einzig der Skilift Steinlimi wurde realisiert.
Auf einer Meereshöhe von 2718 Metern über Meer stehen auch heute noch ein paar verbliebene Überreste der einstigen Bergstation des Skilifts auf dem Sattel der Steinlimi. Der 1971 erbaute Skilift unterhalb des Tierbergs überwand auf einer Fahrbahnlänge von 1035 Metern und bei mittlerer Steigung von 34 Prozent eine Höhendifferenz von 348 Metern. Neun T-Stützen in Rohrkonstruktion führten das 2170 Meter lange und 26 Millimeter dicke Umlaufseil. Angetrieben wurde die Anlage durch einen an der Talstation installierten 180-PS-Elektromotor, was den 75 Gehängen eine Fahrgeschwindigkeit von 3,2 Metern pro Sekunde erlaubte. Während die Berg- und die Talstation in Fels einbetoniert worden waren, stellte man die Zwischenstützen mit Gelenkfüssen auf das Gletschereis. So konnten diese laufend der Fliessbewegung des Gletschers angepasst werden.
Der Sommer-Skilift war beschwerlich zu erreichen, wirtschaftlich war das Ganze ein einziger Flop. Nach nicht einmal drei (kurzen) Saisons meldeten die Betreiber Konkurs. Danach gammelte der Skilift lange vor sich hin, bis er vor einigen Jahren von der Schweizer Armee grösstenteils abgebrochen und entsorgt wurde.
Ich habe untenstehend versucht, den ehemaligen Trassenverlauf dieses denkwürdigen Skilifts einigermassen einigermassen nachzuzeichnen - mit einem Referenzbild aus den späten 1970er-Jahren/Anfang der 1980er-Jahre und zwei Bildern von einem Ausflug von mir im Sommer 2019:

Im Jahr 2019 sah es im Juli dort so aus:


Und hier noch eines der wenigen verfügbaren Bilder des nur kurz in Betrieb befindlichen Steinlimi-Schleppers:

