Interessantes Interview mit dem Garaventa CEO im Blick:
https://www.blick.ch/wirtschaft/big-bus ... 71378.html
Interview mit Garaventa CEO
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Talabfahrt-racer
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Interview mit Garaventa CEO
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Re: Interview mit Garaventa CEO
Und hier die Zusammenfassung:
Garaventa, mit Hauptsitz in Arth-Goldau, gehört zu den führenden Seilbahnunternehmen der Welt. CEO Arno Inauen, ein gebürtiger Schwyzer, ist seit seiner Kindheit eng mit der Seilbahnbranche verbunden. Aufgewachsen im Ybrig, wo sein Vater als technischer Leiter eines Skigebiets arbeitete, entwickelte er früh eine Leidenschaft für Seilbahnen. Nach seinem Maschinenbaustudium an der ETH stieg er zusammen mit seinem Vater und Bruder in die Branche ein und übernahm die Firma Schätti, die später mit Garaventa fusionierte.
Die Fusion mit Doppelmayr im Jahr 2002 war ein Meilenstein. Obwohl Doppelmayr damals rund zwei Drittel des Umsatzes beisteuerte, Garaventa ein Drittel, wurde der Zusammenschluss auf Augenhöhe vollzogen. Beide Marken existieren bis heute, da Garaventa weltweit einen ausgezeichneten Ruf genießt. Doppelmayr ist für standardisierte Umlaufbahnen wie Gondel- und Sessellifte zuständig, während Garaventa sich auf Spezialbahnen wie Pendel- und Standseilbahnen sowie individuelle Projekte konzentriert. Diese klare Segmentierung hat sich ausgezahlt: Der Umsatz wuchs von 400 Millionen Franken im Fusionsjahr auf heute etwa 1,1 Milliarden Franken.
Der globale Markt für Seilbahnen ist klein, aber stabil. Weltweit werden jährlich rund zwei Milliarden Franken umgesetzt, wobei Doppelmayr-Garaventa einen Marktanteil von 55 bis 60 Prozent hält. Der wichtigste Konkurrent ist die HTI-Gruppe aus Südtirol (mit Leitner, Poma und Bartholet), die etwa 40 Prozent erreicht. Hinzu kommen einige chinesische Anbieter, vor allem aktiv in Russland. Trotz dieser Konsolidierung sieht Inauen weiterhin intensiven Wettbewerb und Innovationskraft. Die Branche bewegt sich zunehmend hin zu größeren, aufwendigeren Projekten, da die Anforderungen an Komfort und Leistungsfähigkeit steigen. Extras wie Sitzheizungen, drehbare Kabinen oder Infotainment-Systeme sind inzwischen Standard.
Garaventa realisiert pro Jahr durchschnittlich rund hundert Projekte – vom kleinen Schlepplift bis zur großen Pendelbahn. Die Profitabilität variiert stark, da jedes Projekt individuell kalkuliert wird. Verluste kommen vor, wenn Kosten unerwartet steigen, doch die Anlagen werden stets fertiggestellt.
Neben touristischen Bahnen gewinnt der urbane Seilbahnverkehr an Bedeutung. Ein Schlüsselmoment war das Projekt in La Paz, Bolivien, wo ein ganzes Seilbahnnetz als innerstädtisches Verkehrsmittel entstand, um der Bevölkerung schnelleren Zugang ins Zentrum zu ermöglichen. Dieses Modell inspirierte weitere Projekte in Südamerika, etwa in Mexiko, Kolumbien, Chile, Brasilien und Guatemala. Auch in Europa gibt es Pläne für urbane Seilbahnen, jedoch erweisen sich Genehmigungsverfahren als schwierig. Lange Bewilligungsprozesse und Einspruchsmöglichkeiten machen solche Projekte komplexer als in Südamerika oder Asien. Dennoch bleibt die Schweiz ein wichtiger Markt, auch wenn Raumknappheit und Opposition die Umsetzung neuer Projekte erschweren.
Das Unternehmen ist weltweit aktiv und investiert kräftig in neue Produktionsstandorte, um Märkte besser bedienen zu können und Zölle zu umgehen. Insgesamt fließen rund 150 Millionen Franken in den Ausbau, insbesondere in den USA, Kanada, China und Europa. Ein Börsengang ist kein Thema; Garaventa bleibt im Besitz der Doppelmayr-Familienstiftung und Michael Doppelmayr.
Garaventa ist bekannt für technische Rekorde: die steilste Standseilbahn der Welt (Stoosbahn), die höchste Seilbahnstütze (Ha-Long-Queen-Bahn in Vietnam) oder die längste Bahn unter dem Meeresspiegel. Solche Rekorde sind meist ein Resultat topografischer Herausforderungen, nicht primär Marketingziele. Zukünftig liegt der Innovationsfokus auf Automatisierung und autonomem Betrieb, um Personalkosten zu reduzieren. Gemeinsam mit dem ETH-Start-up Mantis entwickelt Garaventa Systeme, die KI nutzen, um Bahnen ohne Personal und dennoch sicher zu betreiben.
Parallel dazu reagieren Seilbahnunternehmen auf veränderte Kundenbedürfnisse: Touristen erwarten heute mehr Komfort, und die Bahnen werden als Erlebnisinszenierung genutzt. Der Trend zur Sommernutzung der Bergregionen verstärkt die Nachfrage, da Hitzewellen die Menschen in die Berge zieht. Auch Nordamerika hat sich zu einem dynamischen Wachstumsmarkt entwickelt. Große Player wie Vail Resorts und Alterra zählen zu den wichtigsten Kunden.
Für Inauen sind Seilbahnen Teil der Schweizer Identität und ein Aushängeschild des Landes. Er empfiehlt drei besondere Anlagen: die Hòn-Tho’m-Bahn in Vietnam, die urbane Stadtbahn in La Paz und die neue TRI-Line Hoch-Ybrig, eine Weltneuheit, die im kommenden Winter eröffnet wird.
Garaventa, mit Hauptsitz in Arth-Goldau, gehört zu den führenden Seilbahnunternehmen der Welt. CEO Arno Inauen, ein gebürtiger Schwyzer, ist seit seiner Kindheit eng mit der Seilbahnbranche verbunden. Aufgewachsen im Ybrig, wo sein Vater als technischer Leiter eines Skigebiets arbeitete, entwickelte er früh eine Leidenschaft für Seilbahnen. Nach seinem Maschinenbaustudium an der ETH stieg er zusammen mit seinem Vater und Bruder in die Branche ein und übernahm die Firma Schätti, die später mit Garaventa fusionierte.
Die Fusion mit Doppelmayr im Jahr 2002 war ein Meilenstein. Obwohl Doppelmayr damals rund zwei Drittel des Umsatzes beisteuerte, Garaventa ein Drittel, wurde der Zusammenschluss auf Augenhöhe vollzogen. Beide Marken existieren bis heute, da Garaventa weltweit einen ausgezeichneten Ruf genießt. Doppelmayr ist für standardisierte Umlaufbahnen wie Gondel- und Sessellifte zuständig, während Garaventa sich auf Spezialbahnen wie Pendel- und Standseilbahnen sowie individuelle Projekte konzentriert. Diese klare Segmentierung hat sich ausgezahlt: Der Umsatz wuchs von 400 Millionen Franken im Fusionsjahr auf heute etwa 1,1 Milliarden Franken.
Der globale Markt für Seilbahnen ist klein, aber stabil. Weltweit werden jährlich rund zwei Milliarden Franken umgesetzt, wobei Doppelmayr-Garaventa einen Marktanteil von 55 bis 60 Prozent hält. Der wichtigste Konkurrent ist die HTI-Gruppe aus Südtirol (mit Leitner, Poma und Bartholet), die etwa 40 Prozent erreicht. Hinzu kommen einige chinesische Anbieter, vor allem aktiv in Russland. Trotz dieser Konsolidierung sieht Inauen weiterhin intensiven Wettbewerb und Innovationskraft. Die Branche bewegt sich zunehmend hin zu größeren, aufwendigeren Projekten, da die Anforderungen an Komfort und Leistungsfähigkeit steigen. Extras wie Sitzheizungen, drehbare Kabinen oder Infotainment-Systeme sind inzwischen Standard.
Garaventa realisiert pro Jahr durchschnittlich rund hundert Projekte – vom kleinen Schlepplift bis zur großen Pendelbahn. Die Profitabilität variiert stark, da jedes Projekt individuell kalkuliert wird. Verluste kommen vor, wenn Kosten unerwartet steigen, doch die Anlagen werden stets fertiggestellt.
Neben touristischen Bahnen gewinnt der urbane Seilbahnverkehr an Bedeutung. Ein Schlüsselmoment war das Projekt in La Paz, Bolivien, wo ein ganzes Seilbahnnetz als innerstädtisches Verkehrsmittel entstand, um der Bevölkerung schnelleren Zugang ins Zentrum zu ermöglichen. Dieses Modell inspirierte weitere Projekte in Südamerika, etwa in Mexiko, Kolumbien, Chile, Brasilien und Guatemala. Auch in Europa gibt es Pläne für urbane Seilbahnen, jedoch erweisen sich Genehmigungsverfahren als schwierig. Lange Bewilligungsprozesse und Einspruchsmöglichkeiten machen solche Projekte komplexer als in Südamerika oder Asien. Dennoch bleibt die Schweiz ein wichtiger Markt, auch wenn Raumknappheit und Opposition die Umsetzung neuer Projekte erschweren.
Das Unternehmen ist weltweit aktiv und investiert kräftig in neue Produktionsstandorte, um Märkte besser bedienen zu können und Zölle zu umgehen. Insgesamt fließen rund 150 Millionen Franken in den Ausbau, insbesondere in den USA, Kanada, China und Europa. Ein Börsengang ist kein Thema; Garaventa bleibt im Besitz der Doppelmayr-Familienstiftung und Michael Doppelmayr.
Garaventa ist bekannt für technische Rekorde: die steilste Standseilbahn der Welt (Stoosbahn), die höchste Seilbahnstütze (Ha-Long-Queen-Bahn in Vietnam) oder die längste Bahn unter dem Meeresspiegel. Solche Rekorde sind meist ein Resultat topografischer Herausforderungen, nicht primär Marketingziele. Zukünftig liegt der Innovationsfokus auf Automatisierung und autonomem Betrieb, um Personalkosten zu reduzieren. Gemeinsam mit dem ETH-Start-up Mantis entwickelt Garaventa Systeme, die KI nutzen, um Bahnen ohne Personal und dennoch sicher zu betreiben.
Parallel dazu reagieren Seilbahnunternehmen auf veränderte Kundenbedürfnisse: Touristen erwarten heute mehr Komfort, und die Bahnen werden als Erlebnisinszenierung genutzt. Der Trend zur Sommernutzung der Bergregionen verstärkt die Nachfrage, da Hitzewellen die Menschen in die Berge zieht. Auch Nordamerika hat sich zu einem dynamischen Wachstumsmarkt entwickelt. Große Player wie Vail Resorts und Alterra zählen zu den wichtigsten Kunden.
Für Inauen sind Seilbahnen Teil der Schweizer Identität und ein Aushängeschild des Landes. Er empfiehlt drei besondere Anlagen: die Hòn-Tho’m-Bahn in Vietnam, die urbane Stadtbahn in La Paz und die neue TRI-Line Hoch-Ybrig, eine Weltneuheit, die im kommenden Winter eröffnet wird.
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2025/26: 5x Parsenn, 4x Sellaronda, 2x Frutt, 1x Zermatt, Stilfser Joch, Landgraaf, Saas-Fee, Hintertux, Pitztaler, Titlis, Sölden, Glacier 3000, Gemsstock, Ostschweiz, Ischgl, Andermatt, Seiser Alm, Madrisa
2024/25: 14x Parsenn, 12x Madrisa, 5x Andermatt-Sedrun, 4x Jakobshorn, 3x Flumserberg, 2x Selfranga, Fideris, Arosa Lenzerheide, Klewenalp, Pany, Titlis, 1x Bottrop, Neuss, Saas-Fee, London, Zermatt, Regensberg, Madrid, Tristeli, Mastrils, Hochwang, Grüsch Danusa, Amden, Wolzenalp, Rinerhorn, Portes du Soleil, Laax, Corviglia, Scuol, Disentis, San Bernardino, Avers, Mutten, Schatzalp, St. Antönien, Damüls, Malbun, Grindelwald-Wengen, Stubaier, Fibbia, Stilfser Joch
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Re: Interview mit Garaventa CEO
Über folgenden Link konnte ich das komplette Interview ohne Abo lesen: https://www.handelszeitung.ch/unternehm ... rde-853816
Das Interview ist wirklich sehr lesenswert. Die Journalistin hat sich mit der Materie gut auseinandergesetzt. Mal nicht das Übliche Bla-Bla, sondern detaillierte und auch durchaus kritische Fragen. Der CEO beantwortet sie natürlich allesamt sehr diplomatisch, wie man es von jemandem in seiner Position erwarten würde, aber trotzdem eine interessante Perspektive.
Das Interview ist wirklich sehr lesenswert. Die Journalistin hat sich mit der Materie gut auseinandergesetzt. Mal nicht das Übliche Bla-Bla, sondern detaillierte und auch durchaus kritische Fragen. Der CEO beantwortet sie natürlich allesamt sehr diplomatisch, wie man es von jemandem in seiner Position erwarten würde, aber trotzdem eine interessante Perspektive.
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- Vero69 • Graubündenfan
